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Römer-Brief


Römerbrief




Thema: Die Rechtfertigung durch den Glauben: Methode und Folgen.
Schlüsselwort: Gerechtigkeit
Schlüsselverse: 1,16+17
"Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft, zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst, als auch dem Griechen. Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin geoffenbart aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte aber wird aus Glauben leben." (vgl. Habakuk 2,4)

Siehe dazu auch: Prophet Habakuk






Der Brief

Dieser Brief wurde im Februar des Jahres 58 n.Chr. an die Christen in Rom geschrieben und zwar in Korinth, im Hause eines wohlhabenden korinthischen Christen namens Gaius (16,23). Der Verfasser war Paulus, der sich eines Sekretärs namens Tertius bediente (16,22). Der Brief wurde von einer wohlhabenden Witwe namens Phöbe nach Rom gebracht; sie reiste aufgrund einer privaten Angelegenheit dorthin (16,1-2).

Motive für den Brief

Um auch andere Völker mit dem Evangelium bekannt zu machen, hatte Paulus die Absicht, eine Missionsreise nach Spanien zu unternehmen (15,24). Die Welthauptstadt Rom schien ihm für die Durchführung dieses Vorhabens eine geeignete Ausgangsstation zu sein. Zudem erhoffte sich Paulus für die Spanienreise Begleiter aus der römischen Gemeinde zu gewinnen (15,24). Dies war der eigentliche Hintergrund für diesen Brief. Doch reicht das nicht als Erklärung dafür, warum Paulus einen solch umfangreichen Brief geschrieben hat. Immer wieder hat man sich gefragt, ob es nicht weitere Gründe gegeben haben mochte. Es ist gut möglich, dass Paulus das Ziel hatte, die Mitglider der römischen Gemeinde, die sehr verschiedene Hintergründe und Herkunftsorte hatten, einmal grundsätzlich im Glauben zu unterweisen und zu stärken. Die Verse 1,11 und 16,25 stützen diese Sichtweise. Zudem lag eine große strategische Bedeutung für das ganze Christentum auf der Reichshauptstadt Rom.

Meinungen

Ob aus intellektuellem oder theologischen Blickwinkel betrachtet, wurde dieser Brief stets für das Meisterwerk des Paulus gehalten; die größten Männer haben ihn stets in Ehren gehalten. Es wird gesagt, dass sich Chrysostomos diesen Brief wöchentlich einmal vorlesen ließ; Coleridge hielt ihn für das "tiefsinnigste Werk, das jemals geschrieben wurde"; Calvin sagte, er öffne die Tür zu allen Schätzen der Heiligen Schrift; Luther verkündigte, der Römerbrief sei das "Hauptbuch des Neuen Testaments und das reinste Evangelium"; und Melanchton schrieb ihn zweimal eigenhändig ab, um sich damit vertraut zu machen. Godet nannte ihn "die Kathedrale des christlichen Glaubens".

Zweck

Dieser Brief beantwortet die in allen Zeitaltern gestellte Frage: "Wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott?" (Hiob 9,2). Niemand kann gerecht sein, der nicht von seinem Schöpfer gerechtfertigt wurde. Dieser Brief offenbart den göttlichen Weg der Rechtfertigung und legt ihn aus. Schlüsselverse sind 1,16+17. Man betrachte diese Verse als den Predigttext, den Rest des Briefes als die Predigt.

Analyse

Der Brief besteht aus zwei Abschnitten. Als weiser Prediger legt Paulus erst seine Lehre dar (Kapitel 1 bis 11), dann wendet er sie auf das Leben seiner Leser an (Kapitel 12 bis 16). Der erste Abschnitt kann neunfach aufgeteilt werden.



Lehrmäßiges


Die Rechtfertigung durch den Glauben wird im Evangelium offenbart (1,1-17)

1. Nach anfänglichen Grüßen geht Paulus auf seinen Wunsch ein, Rom zu besuchen. Dies möchte er a) um sein eigenes Herz zu befriedigen; b) damit er den Römern auch zum Segen sein könne; c) Damit er eine Schuld begleichen könne, indem er das Evangelium predigt.

2. Dieses Evangelium offenbart Gottes Methode, die Gerechtigkeit zu verleihen; Gottes Weg, den Sünder zu rechtfertigen.

3. Der grundlegende Text: 1,16-17.


Die weltweite Notwendigkeit der Rechtfertigung durch den Glauben (Kapitel 1,18 bis 3,20)

1. Es wird gezeigt, dass die gesamte Menschheit die rechtfertigende Gnade Gottes dringend braucht.

2. Wie die Heiden von Gott abfielen; die schrecklichen Folgen (1,18-32).

3. In Kapitel 2 wird bewiesen, dass auch der Jude dringend dieselbe Gnade benötigt.

4. Die Rechtfertigung durch den Glauben ist nur für die, deren "Mund verstopft" wurde.


Wie wir gerechtfertigt werden (Kapitel 3,21-31)

1. Quelle der Rechtfertigung: die Gnade (Vers 24)

2. Grundlage der Rechtfertigung: das Blut (3,25 und 5,9).

3. Mittel der Rechtfertigung: der Glaube (Verse 28,26,22).

4. Beweis der Rechtfertigung: Die Auferstehung Christi (4,25).

5. Auswirkungen der Rechtfertigung: Werke (s. Jakobus 2,14-26).

Merke: Alle Menschen sündigen nicht in gleichem Maße, doch sind alle Sünder (3,23)


Die Rechtfertigung durch den Glauben ist keine neue Lehre (Kapitel 4)

1. Ist dies nicht eine neue Lehre, eine neuartige Idee? Keineswegs!

2. Abraham wurde durch den Glauben gerechtfertigt.

3. Und David beschrieb die Glückseligkeit der Gerechtfertigten - ein sehr wichtiger Abschnitt.

4,19 ("Er sah an seinen eigenen Leib...") kann übersetzt werden: Er schaute das Problem bewusst an, ließ sich dadurch aber nicht entmutigen.


Die Segnungen, die auf Rechtfertigung folgen (Kapitel 5)

Friede (Vers1), Zugang (2), Freude (2), Freude bei Bedrängnis (3), Liebe Gottes im Herzen (5). Merke: In Vers 5 wird der Geist zum ersten Mal in diesem Brief erwähnt. Wir müssen das Werk Christi für uns wahrnehmen, bevor wir uns dem Werk des Geistes in uns zuwenden dürfen.


Die Rechtfertigung durch den Glauben und die Frage nach der Sünde (Kapitel 6)

Die Rechtfertigung durch den Glauben veranlasst uns keineswegs, in einem Leben der Sünde zu verharren; der Sünde gegenüber sind wir verstorben. "Wir, die wir der Sünde gestorben sind" (Vers 2). "Unser alter Mensch" = "unser altes Ich".


Kämpfe und Stöhnen der Gerechtfertigten (Kapitel 7)

Zweifellos das Erleben eines Wiedergeborenen; obwohl viele Menschen, die erweckt, aber noch nicht bekehrt sind, eine ähnliche Erfahrung machen. Hier beobachten wir den Verlauf des Kampfes zwischen unserer alten und unserer neuen Natur.


Freiheit und Vorrechte der Gerechtfertigten (Kapitel 8)

Hier sehen wir das verheissene Land, in dem Milch und Honig fließen und das alle in Besitz nehmen dürfen. Welch ein Gegensatz zum vorhergehenden Kapitel! Es beginnt mit "keine Verdammnis mehr" und endet mit "nichts kann uns scheiden".


Die Rechtfertigung und der ungläubige Jude (Kapitel 9-11)

Wie steht es um Israel? In Kapitel 9 wird die Freiheit Gottes gerechtfertigt, seine Pläne in Übereinstimmung mit seinem Vorherwissen zu gestalten; in Kapitel 10 erfahren wir, warum Israel verworfen wurde; in Kapitel 11 sehen wir, dass Israels Verwerfung nur teilweise geschah und nichts von Dauer sein wird.


Praktisches


Die Pflichten der Gerechtfertigten (Kapitel 12 bis 16)

1. Gott gegenüber - uns zu weihen, keine Kompromisse mit der Welt schließen (12,1-2)

2. Uns selbst gegenüber - nicht eingebildet zu sein (12,3)

3. Der Gemeinde gegenüber - unsere Gaben einzusetzen (12,4-8)

4. Anderen Christen gegenüber - auf verschiedene Art und Weise Liebe zu erweisen (12,9-13)

5. Dem Feind gegenüber - "Rächt euch nicht selbst" usw. (12,14-21)

6. Dem Staat gegenüber - "Jedermann sei untertan" (13,1-7)

7. Nachbarn gegenüber - "Seid niemand etwas schuldig, als nur einander zu lieben" (13,8-14)

8. Dem schwachen Bruder gegenüber - auf ihn Rücksicht zu nehmen (14,1 bis 15,7)

9. Allen Menschen gegenüber - allgemein höflich zu sein (15,8 bis 16,27)


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