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Zweiter Korintherbrief


Zweiter Korintherbrief




Themen: 1.) Wesen und Erfahrung des Trostes. 2.) Botschaft und Erfahrung des geistlichen Dienstes
Schlüsselwörter: Trost; Dienst
Schlüsselverse: 1,3-4
"Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden."
6,4 "sondern in allem empfehlen wir uns als Gottes Diener, in vielem Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten."






Umstände

Nachdem er den 1. Korintherbrief geschrieben und ihn durch Titus verschickt hatte, verließ Paulus Ephesus, wobei seine Abreise zweifellos durch den Aufstand beschleunigt wurde (vgl. Apg. 19,23-41). Er begab sich nach Troas, wo er vereinbart hatte, Titus bei dessen Rückkehr aus Korinth zu treffen. Hier wurde Paulus auf großartige Weise von Gott gebraucht. Aber die Rückkehr des Titus wurde verzögert. Dieser Umstand beunruhigte Paulus sehr. So groß war seine Sehnsucht, über den Empfang und die Auswirkungen seines ersten Briefes Bescheid zu wissen, dass er, das Schlimmste befürchtend, das Ägäische Meer überquerte und ihm entgegenging. Schließlich trafen sie sich in Philippi (2 Kor. 2,12-13; 7,5-6). Wahrscheinlich war Paulus unterwegs erkrankt (2 Kor. 1,8-10).

(Über die Zustände in Korinth: Die Verdorbenheit Korinths
)

Zweck

Von Titus erfuhr Paulus, dass sein erster Brief das vollbracht hatte, wozu er ihn gesandt hatte. Sowohl die Gemeinde als auch der Schuldige hatten gründlich Buße getan (2 Kor. 7,7-16; 2,1-11). Aber der Bote informierte ihn über eine neue Gefahr für die Gemeinde - judaisierende Lehrer, die mit Empfehlungsbriefen aus Jerusalem ausgestattet waren, waren in Korinth angekommen, wo sie ein anderes Evangelium verkündigten und das Apostelamt des Paulus infrage stellten. Das Ergebnis ihrer Arbeit war rapides Wachstum einer Partei, die Paulus feindlich gesinnt war (3,1-3; 4,2; 10,10; 11,1-4.12.13). Darum schrieb er diesen zweiten Brief, 1. um zu erklären, warum er bisher noch nicht in der Lage war, sie zu besuchen (1,15-24; 2,1-3); 2. um sie dafür zu loben, dass sie seinem ersten Brief gehorcht hatten (7,4.15); 3. um für die Wiedereinsetzung des bußfertigen Übertreters zu plädieren (2,6-9); 4. um einige zu warnen, die immer noch unbußfertig waren (12,21; 13,2); 5. um sie vor den falschen Lehrern zu warnen (11,3-4.13); 6. um sein Apostelamt zu rechtfertigen (Kapitel 12 und 11); und 7. um sie aufzufordern, ihren längst versprochenen Beitrag für die armen Heiligen in Jerusalem zu entrichten (8,10-11).

Offenbarwerden des Paulus

Dieser zweite Brief enthält mehr persönliche Angaben über Paulus als alle anderen von ihm geschriebenen Briefe. Die erstaunliche Tiefe und Stärke seiner Liebe wird offenbar; das Geheimnis finden wir in 5,14. Wir erfahren hier, dass er von Zeit zu Zeit unter körperlicher Schwäche litt (1,8-10; 12,7-9); kein Wunder, wenn man an seine Arbeit, sein Leiden und seine Prüfungen denkt (11,23-33). Ob uns 10,10 und 11,6 ein wenig Einblick in seine persönliche Erscheinung und seine Rede geben? In Kapitel 12 wird ein Geheimnis offenbart, das Paulus 14 Jahre lang geheim gehalten hatte.

Botschaft

Der Brief enthält viele glänzende Metaphern (siehe 2,15; 3,3; 3,18; 4,7; 5,20; usw.) und sehr ergiebige Aussagen für Prediger, aber die besondere Botschaft ist eine zweifache. Die beiden Wörter, die am häufigsten vorkommen, heissen "Trost" und "Dienst". Aus dem Studium dieser beiden Begriffe ergeben sich hilfreiche Andachten - und die Botschaft des Buches.
Trost - Quelle (1,3); Zweck (1,4); Ausgleich (1,5); christliche Pflicht (2,7); wie Gott manchmal tröstet (7,6.7.13); bedingungsloses Gebot (13,11).
Dienst - Auch Satan hat seine Diener (11,15); Gottes Diener (6,4); ihre Botschaft (4,5; 1,19; 2,12); geistlicher (3,6) und herrlicher Dienst (3,8); führt zur Verwandlung des Charakters (3,3); hilft uns, nicht müde zu werden (4,1); Dienst der Versöhnung (5,18); macht Sorgfalt erforderlich (6,3).

Punkte

Dieser Brief ist aus vielerlei Gründen bemerkenswert. Im AT wird Gott oft "allmächtig" genannt, im NT kommt diese Bezeichnung nur zehn Mal vor, davon neun Mal in der Offenbarung, einmal in diesem Brief (2 Kor. 6,18). Bemerkenswert ist auch die hier angegebene Segensformel (siehe 2 Kor. 13,13), mit der heute noch die meisten christlichen Versammlungen geschlossen werden.

Analyse

Es ist beinahe unmöglich, diesen Brief zu analysieren, da er die am wenigsten systematische Schrift des Paulus ist. Er ähnelt einem afrikanischen Fluss: Eine Zeit lang fließt er ruhig dahin, so dass man hofft, eine befriedigende Analyse erstellen zu können, dann kommt aber plötzlich ein mächtiger Wasserfall und ein ehrfurchtgebietender Umbruch, der die großen Tiefen des Herzens des Apostels offenbart. Doch lässt sich der Brief in etwa in drei Abschnitte gliedern:




Erklärung (Kapitel 1 bis 7)


Er erklärt, warum sein Besuch in Korinth aufgeschoben wurde, warum er in seinem ersten Brief so deutlich und so streng schrieb; warum er sich so viele Sorgen um die Korinther machte; und berichtet von seinem eigenen Leiden.


Ermahnung (Kapitel 8 und 9)


Er ermahnt sie dazu, ihr Versprechen prompt einzulösen, den Not leidenden Brüdern in Jerusalem eine Geldspende zukommen zu lassen, besonders weil er sich dieses Versprechens in den mazedonischen Gemeinden gerühmt hatte.


Rechtfertigung (Kapitel 10 bis 13)


In diesem Abschnitt erkennen wir den veränderten Ton des Apostels. Strenge und Ironie schwingen mit, während er sein Apostelamt rechtfertigt und sein Recht auf die Liebe und den Respekt der Korinther beweist.


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