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Kolosserbrief


Kolosserbrief




Thema: Die hervorragende Herrlichkeit und Würde Christi
Schlüsselwahrheit: Er ist das Haupt
Schlüsselverse: 2,8-10
"Seht zu, dass niemand euch einfange durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß! Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht. Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht."






Irrlehre in Kolossä

1. In Rom gab es einen Mitgefangenen des Paulus namens Epaphras (Philemon 23). Wir wissen nicht, wann sich dieser Epaphras bekehrte, aber wahrscheinlich geschah es während des dreijährigen Aufenthaltes des Paulus in Ephesus. Da es ganz eindeutig ist, dass Paulus die Gemeinde in Kolossä nicht selbst gründete (siehe 1,4.7.8; 2,1), nimmt man an, dass Epaphras der Gründer gewesen sein wird (1,7; 4,12).

2. Von Epaphras erfuhr Paulus, dass eine Irrlehre in Kolossä angenommen worden war. Die genaue Art dieser Irrlehre ist nicht bekannt, aber aus dem Inhalt des Briefes geht hervor, dass es sich um eine eigenartige Mischung von Judaismus, Gnostizismus und Askese gehandelt haben muss, bei der u.a. die Engel angebetet wurden. Eine Form dieser Lehre ist wie folgt beschrieben worden:
"Das Fleisch sei seinem Wesen nach böse; Gott sei seinem Wesen nach heilig. Es könne aber keinerlei Gemeinschaft geben zwischen dem, was dem Wesen nach böse, und dem, was dem Wesen nach heilig sei. Es sei unmöglich, sagten die Irrlehrer, dass das wesentlich Heilige mit dem wesentlich Bösen in Berührung kommen könne. Es bestehe eine unendliche Kluft zwischen beiden; das eine könne weder das andere berühren noch intensive Gemeinschaft mit ihm pflegen. Also mussten die Irrlehrer irgendein Mittel finden, um diese Kluft zu überbrücken, damit der heilige Gott mit dem Menschen, der in einem dem Wesen nach bösen Zustand lebte, die Gemeinschaft aufnehmen könnte. Wie lösten sie das Problem? Sie sagten, dass aus dem heiligen Gott ein zweites, weniger heiliges Wesen hervorgegangen sei; und dann sei aus diesem zweiten Heiligen ein drittes, noch weniger heiliges Wesen hervorgegangen usw., wobei die Heiligkeit ständig vermindert worden und die göttlichen Eigenschaften immer ärmer geworden seien, bis ein Wesen (Jesus) erschien, das so sehr der Gottheit und der Heiligkeit entleert worden sei, das dem Menschen so ähnlich sei, dass es mit dem Menschen in Berührung kommen konnte."

3. Fest steht: Es ging um eine Lehre über Gott und über das Heil, die einen Schatten auf die Herrlichkeit und Heiligkeit Jesu Christi warf - sie versetzte ihn in den Hintergrund. Wie jeder sehen kann, zerstörte diese Irrlehre die Oberherrschaft und die Souveränität Jesu Christi - sie entthronte ihn, indem sie ihn seiner Gottheit entleerte; diese Irrlehre zerstörte ebenfalls das höchste Vermittleramt Christi, denn sie degradierte ihn zu einem unter vielen Vermittlern.

Zweck

Es wäre gewinnbringend, diesen Brief auf seine Darstellung der Gemeinde hin (bei der betont wird, dass Christus das Haupt ist: 1,18; 2,10.19), auf sein Porträt des Christen (1,13.14) und des Reichgottesarbeiters (4,7-13) zu untersuchen. Hauptzweck des Briefes war jedoch eine treue Darstellung des Herrn Jesus in seiner ganzen Würde, Gottheit und Herrlichkeit.

Analyse

Der Brief besteht aus zwei Hauptteilen, die sich in je drei Abschnitte unterteilen lassen:



Lehrmäßiges


Danksagung für die Kolosser (1,1-8)

1. Merke: Erst muss der Glaube geübt werden, bevor die Liebe gezeigt werden kann (1,4).

2. Der Heilige Geist wird in diesem Brief nur ein einziges Mal erwähnt (Vers 8)


Fürbitte des Paulus für die Kolosser (1,9-14)

1. Merke: "Für euch zu beten und zu bitten" (Vers 9).

2. Dieses Gebet hat keinen formellen Abschluss, sondern geht in ein anbetungsvolles und hingegebenes Bekenntnis zur Herrlichkeit des göttlichen Christus über.


Die hervorragende Würde und Herrlichkeit und der Vorrang des Herrn Jesus, aus allen möglichen Blickwinkeln gesehen (1,15-2,3)

Das Herz des Briefes. In ruhiger, ehrfürchtiger Stimmung bestätigt Paulus mit herzbewegenden, überwältigenden Worten die Herrlichkeit des Herrn Jesus. Christus wird hier als "alles in allen" gesehen:
- in seiner GOTTHEIT - Gott gleich - das "Ebenbild Gottes" (Vers 15), Wohnstätte der Fülle (1,19; 2,9), der Erstgeborene (Vers 15), ein würdevoller Titel.
- in der SCHÖPFUNG - Christus ist die Ursache, das Haupt und das Ziel des gesamten Schöpfung (Vers 16)
- in der VORSEHUNG - durch eine einzige schöpferische Tat erschuf er das All, jetzt erhält er es durch beständige Tätigkeit (Vers 17)
- in der GEMEINDE - im Epheserbrief sehen wir, was der Leib dem Haupt bedeutet; im Kolosserbrief sehen wir, was das Haupt für den Leib bedeutet (Vers 18). Im Epheserbrief wird hervorgehoben, dass die Gemeinde der Leib Christi ist; im Kolosserbrief, dass Christus ihr Haupt ist
- in der ERLÖSUNG - (Verse 20.23) er ist der Erlöser, weite Verbreitung seiner Erlösung
- im GEHEIMNIS DES EVANGELIUMS - (Verse 24-29) das Geheimnis ist "Christus in euch".



Praktisches


Warnungen vor Irrtum und Ketzerei (2,4-23)

Warnungen vor:
- vernünftigen Reden (Vers 4)
- Philosophie und loser Verführung (8)
- menschlichen Riten (16-17)
- Anbetung der Engel (18)
- eitler, vergeblicher Selbstdemütigung und Selbstverleugnung (20-23)


Einheit mit Christus und die Auswirkungen (3,1 bis 4,6)

Da wir mit unserem auferstandenen Herrn vereinigt sind, müssen wir folgende Eigenschaften aufweisen:

1. Himmlische Gesinnung (Verse 1-3) "Sinnt auf das, was droben ist".

2. Heiligen Lebenswandel in der Familie, im Dienst und in allen Lebensbereichen (3,4 bis 4,6).


Grüße an die Kolosser (4,7 - 18)

Viele christliche Mitarbeiter werden hier aufgezählt (Merke die besonderen Eigenschaften eines jeden.)


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