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Epheserbrief


Epheserbrief




Thema: Die Gemeinde als Leib Christi
Schlüsselwort: Die Gemeinde
Schlüsselverse: 1,22-23
"Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt."
5,30 "Denn wir sind Glieder seines Leibes."






Die Gemeinde

Paulus war der Gründer der Gemeinde in Ephesus. Sein erster Besuch dort fand im Frühjahr 54 statt und war sehr kurz, da er bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in Jerusalem sein musste, um ein Gelübde zu erfüllen (Apg. 18,19-21), aber danach verbrachte er ganze drei Jahre dort, während er von ganzem Herzen und mit großer Intensität dort diente (Apg. 19,8-10; 20,31).

Der Brief

Dieser Brief wurde während der ersten Gefangenschaft des Paulus in Rom verfasst, zehn Jahre nach der Gründung der Gemeinde in Ephesus. Man hat zu Recht festgestellt, dass dieser Brief alle anderen Briefe übertrifft, was die Erhabenheit des Stils betrifft; er nimmt sogar unter den Schriften des Apostels die erste Stelle ein, weil das Thema auf einer beständig majestätischen Ebene besprochen wird und weil eine gewisse geistliche Höhenlage vorherrscht, was sowohl die Konzeption, als auch die Sprache betrifft. Dr. Pierson hat diesen Brief den "Paulusbrief des dritten Himmels" genannt, denn in ihm "schwingt er sich von den Tiefen des Verderbens in die Höhen der Erlösung empor". Man hat diesen Brief auch die "Alpen des Neuen Testamentes" genannt, denn hier werden wir von Gott selbst dazu aufgefordert, Stufe um Stufe zu steigen, bis wir den höchstmöglichen Punkt erreichen, an dem der Mensch stehen kann, nämlich in der Gegenwart des lebendigen Gottes.
Doch ist dieser Brief auch der unpersönlichste der Paulusbriefe. Die sonst üblichen Worte "Den Heiligen in ..." (Vers 1) fehlen in älteren Handschriften. Es ist gut möglich, dass der Brief sich als Rundschreiben an mehrere Gemeinden oder allgemein an "alle Heiligen" richtet, ohne an eine spezielle Gemeinde gerichtet zu sein (vgl. Kolosser 4,16).

Seine Lehre

Die hervorragende Lehre dieses Briefes ist das Wesen der Gemeinde als des Leibes Christi. Alle Gläubigen sind Glieder dieses geheiligten Leibes. Hier wird bewiesen, dass der Vater nicht nur dem Herrn einen Leib zubereitete, damit er in ihm leide, sondern dass er ihm auch einen mystischen Leib bereitet hat, durch den er verherrlicht werden soll. Wie wir zwei Briefe über die Rechtfertigung besitzen (Römer- und Galaterbrief), so haben wir auch zwei über die Gemeinde: Epheser- und Kolosserbrief. Diese beiden Briefe wurden zur selben Zeit abgefasst und sehen auf den ersten Blick ähnlich aus; bei einer genaueren Untersuchung aber entdecken wir, dass im Epheserbrief die Gemeinde als Leib Christi hervorgehoben wird, während im Kolosserbrief die Wahrheit unterstrichen wird, dass Christus das Haupt des Leibes ist.

Schlüsselwörter

1. Dieser Brief enthält eine Fülle von Schlüsselwörtern - (je nach Übersetzung abweichend:)
"in Christus Jesus / in Ihm / In..." z.B. (1,1.6.7.11.13; 2,6.10.13.21.22; 4,21); "Wandeln" (2,2.10; 4,1.17; 5,2.8.15); "zusammen / uns" (1,10; 2,5.6.21); "So" oder "darum" (2,19; 4,1.17; 5,1.7.24; 1,15; 2,11; 3,13; 4,8.25; 5,14.17; 6,13); "Nach" (1,5.9.11.19; 2,2;3,7.11.16.29); "In den himmlischen Örtern / Himmelswelt" (1,3.20; 2,6; 3,10); "Reichtum" (1,7.18; 2,7; 3,8.16); "Liebe" (1,4; 3,17; 4,2.15.16; 5,2).

2. In diesem Brief werden uns drei verschiedene Merkmale der Gemeinde Christi genannt:
1. Tempel (2,21-22);
2. Menschlicher Leib (1,22-23; 4,15);
3. Braut (5,25-32).
Betont wird allerdings das Bild des Leibes. Dies ist die Hauptlehre des Epheserbriefes.



Lehrmäßiges (Kapitel 1 bis 3)


Grüße an die Glieder am Leibe (1,1-2)

"In Christus Jesus" (Vers 1 unrev. Elberfelder Übers.) ist eine Schlüsselwendung dieses Briefes. "In" ihm haben wir alles, sind wir alles.


Segnungen für die Glieder am Leib (1,3-14)

Diese Verse offenbaren die ewigen Ratschlüsse Gottes, der beschlossen hat, "alle Dinge zusammenzufassen in Christus". Vers 10 ist bedeutsam (Merke: Neun mal "alles" in diesem Kapitel.)


Gebet für die Glieder am Leib (1,15-21)

Es gibt zwei Gebete in diesem Brief: hier und in 3,14-21. Im ersten Gebet betet Paulus, dass sie Erkenntnis und Licht ("er erleuchte die Augen eurer Herzen") bekommen, und im zweiten, dass sie Kraft bekommen.


Christus ist das Haupt seines Leibes, der Gemeinde (1,22-23)

Welch erhabene Lehre! Jesus ist das Haupt einer neuen Schöpfungsordnung, eines neuen Leibes, der Gemeinde. (Wird ausführlicher im Kolosserbrief behandelt).


Wie wir zu Gliedern an seinem Leib gemacht werden (2,1-10)

Das Werk Gottes bei der Bildung des Leibes; die Glieder waren einst tot in Übertretungen und Sünden, jetzt sind sie gereinigt, erneuert, mit Christus im Himmel zur Rechten des Vaters gesetzt. Wichtig: "Aus Gnade seid ihr errettet ... nicht aus Werken, damit niemand sich rühme." (2,8.9)


Die Gliedschaft an seinem Leib ist eine gesegnete Verbindung (2,11-22)

"Denkt daran" - "wo liebliche Vergebung ist, da ist traurige Erinnerung."
(vgl. 2,10 mit 1 Petrus 2,11.12)


Auch die Heiden haben Anteil an seinem Leib (Kapitel 3)

Die Lehre hinsichtlich der Heiden wurde dem Paulus auf besondere Weise offenbart; dass er sie verkündigte, war der Grund seiner Gefangenschaft (siehe Vers 3,1)



Praktisches


Die Einheit seines Leibes (4,1-3)

Glieder an seinem Leib müssen auf alles verzichten, was die Einheit zerbrechen lässt; ihr Bestes tun, um sie zu pflegen und stärken.


Die einigenden Kräfte seines Leibes (4, 4-6)

1. Hier werden die einigenden Kräfte seines Leibes mitgeteilt.
2. Nicht nur ist Gott "über allen" und "durch alles", sondern auch "in euch allen".


Die Auferbauung seines Leibes (4,7-16)

1. Verschiedene Gaben sorgen für die Erbarmung des Leibes. 2. Das Wort aus 4,12 "Vollendung" (unrev. Elberfelder Übers.) bzw. "Ausrüstung" (rev. Elberfelder Übers.) ist bemerkenswert; es bedeutet eigentlich "Reparatur", das "Wiederherstellen eines beschädigten Gegenstandes".


Die Pflichten der Glieder am Leibe (4,17 bis 6,24)

In Bezug auf den Wandel (4,17 bis 5,20); auf das Familienleben (5,21 bis 6,4); auf die Arbeit (6,5-9); auf die (geistliche) Kriegführung (6,10-24).


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