Zukunftsträume
- Wohin steuert die Kirche? -





Zukunftsträume (2)




Ökumene. Hier bin ich tief enttäuscht von der Katholischen
Kirche, besonders von ihrem Papst.
Dieser Betonkopf hat nichts dazu gelernt. Lässt sich Gottähnlich
Verehren, hält sich für unfehlbar. Man sollte ihm die kalte Schulter
zeigen. Er hat sich ja deutlich geäußert, dahingehend, dass ihm
nicht viel an der Ökumene liegt.
Darum sollten die ökumenischen Bestrebungen auf Gemeindeebene
stattfinden. Doch würde ich mir wünschen, das die Bemühungen
nicht nur auf evangelischer und katholischer Ebene stattfinden,
sondern spürbar mit allen christlichen Konfessionen.
Umwelt. hier steht die Kirche vor einer ihrer größten Herausforderungen.
Bewahrung der Schöpfung, das Thema hatten wir schon einmal.
Der Co2 Ausstoß hat sich trotz aller Bemühungen und etlicher
Klimakonferenzen deutlich erhöht.
Die Müllberge türmen sich, unserer Planet wird geplündert wie nie
zuvor.
Künftige Generationen werden uns anklagen.
Vor Gottes Richterstuhl müssen wir uns einst verantworten.
Es folgt eine Klimakonferenz nach der anderen, Umweltinitiativen
schießen aus dem Boden. Taten, Taten sind gefragt.
Ich hoffe, der Zukunftskongress wird dieses Thema deutlich
behandeln.
Wasser. die Trinkwasservorräte gehen merklich zu ende. Noch
immer haben Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser.
Wir decken unseren Bedarf aus dem Supermarkt: Limonade, Bier,
Säfte, Milch, alles ist reichlich vorhanden.
Das dringend benötigte Trinkwasser benutzen wir zur Toiletten-
Spülung, zum Duschen, Baden, Auto waschen und……?
Ich fange an mich zu schämen.
Immer wenn ich den Spülknopf auf der Toilette betätige, sind
schon wieder einige Menschen verdurstet, welch ein Irrsinn.
Ich weiß, was sauberes Trinkwasser bedeutet.
Vor Jahren habe ich mal in einem Ägyptischen Hotel meine
Zähne geputzt. Anschließend lag ich zwei Tage im Bett.
Ich sehe oft im Fernsehen die Menschen, immer dieselbe
Brühe die sie benutzen, zum Trinken und zum Wäschewaschen.
Gottesdienste. Sonntag für Sonntag oft das gleiche beschämende
Bild in vielen unserer Kirchen. Es kommen immer weniger, das
muss ernstlich hinterfragt werden. Es kann nicht an den schlechten
Predigten liegen, übrigens habe ich noch nie eine schlechte
Predigt gehört, höchstens mal eine zu lange oder eine unverständliche.
Ach, da wird zu viel über die Qualität unserer Gottesdienste
geredet. Die Predigt, die Liturgie, die Musik, alles kommt immer
auf den Prüfstand.
Doch ich sehe, ob Jazz auf der Orgel, der Pastor mit Gitarre,
die Konfirmanden führen was vor und und ….?
Auch das alles füllt die Kirchen nicht.
Es muss andere Gründe haben, sie liegen im Menschen selbst.
Gottesmüdigkeit? Kirchen Verdruss?
Ich weiß es nicht, aber es scheint, als ob viele Menschen mit dem
Wort Gott oder Kirche einfach nichts mehr anzufangen wissen.
Zur Kirche gehen, was soll ich da?
Es geht ganz gut ohne Gott und Kirche, bei etlichen jedenfalls.
Und das ist dann ja auch die Klage der Beter der Bibel, warum
geht es den Gottlosen oft besser als mir?
Man hat noch nicht begriffen, warum Jesus in die Welt kam.
Das Evangelium sollte man mal wie Luthers Thesen einst, mal
an die Kirchentüren nageln.
Ob es hilft, weiß ich nicht.
Jugend. Ist teilweise zum Stiefkind von Mutter Kirche geworden.
Die Zukunft der Jugend ist auch ein Teil der Zukunft unserer
Kirche. Noch immer ist vielerorts die Konfirmation eine Abschluss-Feier zur Entlassung aus der Kirche, weil die Begleitung nach der
Konfirmation fehlt.
Die Jugendarbeit krankt unter dem Mangel an ausgebildeten
Fachkräften, die sich um die Jugendlichen kümmern.
Das Kreisjugendmodell war gescheitert, wesentliche Verbesserungen
sind aus meiner Sicht nicht erkennbar.
Geistlichkeit. Ist mit der jetzigen Arbeitsbelastung heillos überfordert.
Der Traumberuf Pastor war einmal. Hier helfen auch nicht
Bundesweite Ausschreibungen und groß angelegte Werbekampagnen.
sondern erst einmal muss der Pfarrerberuf wieder attraktiv sein.
Zurzeit werden die wenigen verbliebenen Buchstäblich verheizt,
verschlissen.
Ich habe manchmal den Eindruck, die Geistlichkeit ist zu
Verwaltungsbeamten geworden.
Pfarrämter. Immer mehr werden aufgegeben, geschlossen. Werden
sozusagen nebenher mit durchgeschleppt.
Die Gemeinden verwaisen, haben keine Identifikation mehr, werden
orientierungslos. Der Herde fehlt der Hirte, die Herde zerstreut sich.
Immobilien. Auch hier drückt der Schuh. Gewiss, es mag Gemeinden
geben, die haben mehr Immobilien als Gemeindeglieder.
Aber diese Immobilien kosten Geld, dann wenn sie leer stehen.
Natürlich muss überlegt werden, was mit solchen Objekten geschehen
soll.
Und da sind Ländereien, sie müssen Kapital bringen, sonst sind sie
wertlos.
Doch die Diskussion um die Immobilien muss sauber geführt werden.
Sie sind Eigentum der Gemeinden und nicht der Kirchenleitung.
Kirchensteuer. Immer noch wichtigste Einnahmequelle.
Die Kirchenaustritte schmälern auch die Kirchensteuer.
Der langsame Zugriff auf die Rücklagen kann gefährlich werden.
Es muss den Menschen vermittelt werden, wozu die Kirche diese
Rücklagen braucht. Es einfacher Christ weiß nicht, warum die
Kirche da 100 Millionen liegen hat.
Und eiserne Haushaltsdisziplin ist angesagt.
Zu Leichtfertig ist man in der Vergangenheit mit Geld umgegangen.
Verschwendungssucht war und ist auch eine Krankheit der Kirche,
diese Krankheit ist ansteckend.
Personal. Stetiger Abbau wahrscheinlich nicht zu vermeiden, fragt
sich nur, wo abgebaut werden soll.
Die stetige Stundenkürzung im Bereich der Pfarramtssekretärinnen
wird sich als Rohrkrepierer erweisen.
Hat die Sekretärin nicht mal mehr Zeit für ein kleines Schwätzchen,
wenn jemand in das Büro kommt, dann ist das schlimm.

Und dieses sind meine Erwartungen an die Kirche der Zukunft:
Forcierte Altenarbeit – Krankenhausseelsorge – Betreuung –
Dienen der Kirche – Würdigung des Ehrenamtes – Freundschaft –
Geborgenheit – Hilfe in Nöten – Jugendarbeit – Liebe – Musik –
Ehrlichkeit – Opferbereitschaft – mehr Pastorinnen und Pastoren –
Rückhalt – Schutz – Tatkraft – Überraschungen – Warmherzigkeit –
Angebote.
Ihr habt viel zu tun, lasst den Kongress nicht in akademische
Klugscheißerei enden.
Orthodoxie und Orthopraxis müssen sich die Waage halten.
Rechter Glaube (Lehre) und rechtes Handeln müssen in unserer
Kirche Hand in Hand gehen.
Es darf nicht nur zählen, was die Geistlichkeit sagt.
Und schrauben wir die Erwartungen nicht zu hoch!
Zum Schluss fällt mir ein: Die Geschichte mit Abraham, er folgt
dem Ruf Gottes, geht in eine ungewisse Zukunft, weiß nicht, was
ihn erwartet.
Sein Vertrauen wird belohnt.
Nur Gott kennt die Zukunft seiner Kirche.
Ich wünsche dem Zukunftskongress alles, alles erdenklich Gute,
das der Geist ihn möge leiten.



Wolfgang Müller
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Vom selben Autor:
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