Da hängt er immer noch, an manchen Wegkreuzen und in vielen kirchlichen Amtsstuben. Doch weil er uns den Weg der persönlichen freien Entfaltung versperren könnte, haben wir ihn vielerorts nicht nur abgehängt, auf dem Flohmarkt verscherbelt oder zum Sperrmüll gelegt, sondern gänzlich als nicht mehr Zeit gemäß und irrelevant abgeschafft. Den Heiland meine ich, den Jesus, nur als Christkind darf er uns noch beglücken, das muss aber dann auch reichen.
Doch halt, feiern wir nicht eigentlich Ostern wegen ihm? Ist er nicht schuld daran, dass die Legehennen Überstunden machen müssen und zahllose LKW's tonnenweise Verkaufsdisplays mit Ostersüßigkeiten zu den Geschäften karren?
Da fällt mir ein Bibelwort aus Jesaja ein: ´Er wurde verachtet und alle mieden ihn. Er war voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn. Doch unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und wir sind durch seine Striemen geheilt.`
Deshalb also Ostern, weil ich, weil wir alle es so nötig haben. Mir hat er sich in den Weg gestellt, mir die Wahrheit über mein Leben gesagt und mir die durchbohrte Hand gereicht zur Versöhnung mit Gott, dem Vater, durch sein stellvertretendes Sterben. Am Ostermorgen ist er auferstanden, und meine Sünden hat er im Grab gelassen wir alte Lumpen aus einer bösen Zeit, mich befreit von Schuld und Verderben und mir neues Leben geschenkt.
Die lila Alufolie wandert in den Gelben Sack, meine Sünden jedoch sind unwiderruflich ausgelöscht, denn Jesus will mein Leben nicht recyclen, nein er macht es total neu.
Und so schmunzelt nicht mehr nur der Hase, nein ich noch viel mehr vor lauter Freude und tiefer Dankbarkeit für den Mann am Kreuz.
Joachim Kretschmann
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