Das Buch Hiob
- Artikel zur Bibel -





Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen




Das Buch Hiob aus dem Alten Testament gilt ja so ein wenig als ein deprimierendes Buch. "Hiobsbotschaft" sagt man heute noch, wenn eine besonders schlechte Nachricht eintrifft. Dabei steckt unwahrscheinlich viel Substanz in diesem Buch. Dank Hiob offenbart sich in diesem Buch ein gewaltiger Schatz an Lebensweisheiten und geistlichen Botschaften. Vom ganz alltäglichen Leben bis hin zu Schöpfungsgeheimnissen reicht die Bandbreite dieses Buches.
Hiob hatte zweifellos allen Grund zur Klage. Nacheinander verlor er Familie, Besitz und Gesundheit. Doch was tut Hiob? Er betet an und spricht den berühmten Satz aus: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, gepriesen sei der Name des Herrn" (Hiob 1,21).

Das Buch wirft ja eine sehr aktuelle Frage auf: Wieso lässt Gott Leid zu? Die Freunde Hiobs, die im weiteren Verlauf zu Worte kommen, erklären das Leid Hiobs mit Sünde. Seine Schicksalsschläge, so der Tenor, seien eine Strafe Gottes. Es wird also die Formel aufgestellt: Frömmigkeit = Gottes Segen sowie Sündhaftigkeit = Bestrafung. Doch das Buch zeigt, dass die Rechnung so einfach nicht ist. Der Leser erfährt zu Beginn etwas, das Hiob zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnte. Die Leiderfahrungen sind eine Prüfung Gottes. Eine harte Prüfung, aber eben eine Prüfung. Mitnichten möchte Gott in diesem Falle Sünde bestrafen. Denn Hiob wird von Gott selbst als rechtschaffen bezeichnet (Hiob 1,8).
Sicher - Gott lässt uns die Folgen von Sünde spüren, unser ganzes Leben auf der Erde ist eine Folge des Sündenfalles. Doch zeigt die ganze Bibel, sowohl im Alten wie im Neuen Testament, dass Züchtigung zu einem Christenleben dazu gehört:

"Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit" (Hebräer 12,11)

"Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er wie ein Vater den Sohn, den er gern hat" (Sprüche 3,12).


Das Buch Hiob wirft eine weitere Grundsatzfrage auf: "Wie könnte ein Mensch vor Gott gerecht sein?" (Hiob 9,2)
Diese Frage, oder besser gesagt ihre Beantwortung läutete die Reformation ein. Schon Martin Luther stellte sich die selbe Frage wie Hiob. Die Kirche bot damals zur Beantwortung nur religiöse Übungen und den Ablasshandel an. Doch Luther stieß schnell auf die wahre Antwort auf diese Frage:
"Der Gerechte wird allein aus Glauben leben" (Römer 1,17)

Kein Mensch könnte also durch Religiosität vor Gott bestehen. Das sieht auch Hiob ein. Nachdem Gott selbst in den Dialog des Buches Hiob eingegriffen hatte, musste er feststellen:
"Darum verwerfe ich mein Geschwätz und bereue in Staub und Asche" (Hiob 42,6)

Hiob hatte eingesehen, dass er trotz seiner Rechtschaffenheit dem Allmächtigen nicht das Wasser reichen konnte. Auch er war auf die große Gnade Gottes angewiesen. Auch er war nicht in der Lage das Handeln Gottes immer zu begreifen oder gar zu begründen. Zu unergründlich sind so oft die Wege Gottes und dennoch stets richtig und vollkommen.

Auch wird bei denen, die dieses Buch deprimierend finden, vergessen, dass es ein Happy End hat. Gott stellt Hiob wieder völlig her. Nein, noch mehr als das. Gott gibt ihm mehr als er vorher verloren hatte:
"Und der Herr segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang" (Hiob 42,12)
So ist Gott: Er stellt die Seinen nicht nur wieder her, sondern er packt noch viele weitere Segnungen oben drauf. Nicht zuletzt das ewige Leben einst im Himmel.




Werner Maget






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