Gedanken eines Synodalen
- Buch von Wolfgang Müller -





Gedanken eines Synodalen (6)




Kirchensteuer
Für viele immer noch ein Stein des Anstoßes und sicher noch ein Grund, aus der
Kirche auszutreten. Die Kirchensteuer ist keine Zwangsabgabe, da durch
Kirchenaustritt jedermann sich der Steuer entledigen kann. Doch wer zu dieser
Kirche gehören will, muss sich mit ihr solidarisch erklären. Um ihre vielfältigen
Aufgaben wahrnehmen zu können, braucht sie eben Geld und dieses Geld ist
nicht allein durch Spenden und Kollekten zu erwirtschaften.
Nach Artikel 140 GG in Verbindung mit Artikel 137 der Weimarer Reichsverfassung
sind Religionsgesellschaften, welche den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes haben, berechtigt, Steuern zu erheben. Österreich und die Schweiz haben ein ähnliches Verfahren.
Die Kirchensteuer ist ein Zeichen der Solidarität. Volkswirtschaftlich besehen dient
sie auch dem Erhalt ungezählter Arbeitsplätze.
Ein für mich sehr wichtiger Aspekt ist die Unabhängigkeit der Kirche von irgend
welchen Gönnern und Sponsoren, damit sie nicht erpressbar wird. Denn jedermann weiß, „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“
In Amerika habe ich gesehen, welchem Druck Pastoren gegenüber ihren Spendern ausgesetzt sein können.
Auch die sogenannte Freiwilligkeit der Spenden bei den Freikirchen ist immer in
einem Spannungsverhältnis zwischen Gebern und Empfängern.
Wissen wir doch, welches Unheil Wahlkampf oder Parteispenden anrichten.
Zu Jesus Zeiten gab es zwar keine Kirchensteuer, aber die Tempelsteuer.
Man kann also die Kirchensteuer als Fortsetzung der Tempelsteuer betrachten.
Und wenn eine staatliche Behörde, eben das Finanzamt, die Kirchensteuer
einzieht, dann sollten wir froh darüber sein. Denn müsste die Kirche das selber
tun, brauchte sie einen großen und kostspieligen Verwaltungsapparat.
Das Finanzamt ist also billiger.

Konföderation
Die Konföderation in Niedersachsen ist der Zusammenschluss der fünf
Evangelischen Landeskirchen: Hannover – Braunschweig – Schaumburg Lippe –
Oldenburg – und der Reformierten.
Einen ähnlichen Zusammenschluss, oder besser eine Fusion, gibt es bereits
durch die Nordelbische Kirche.
Die Konföderation arbeitet da zusammen, wo es wirtschaftlich geboten erscheint.
Ein gemeinsamer Rechtshof existiert ebenfalls. Gelegentlich kommt Bewegung in
die Konföderation, Zusammenschluss nach dem Vorbild einer Fusion?
unter Führung der Hannoverschen Landeskirche ?
Ich bin weiterhin für die Eigenständigkeit der Oldenburgischen Kirche.
Der Fortbestand der Konföderation ist heikel. Zu viel steht auf dem Spiel.
Hannover würde mit Freuden die kleineren Landeskirchen „schlucken“.
Aber Oldenburg wird selbstbewusst seine Eigenständigkeit bewahren, so
hoffe ich jedenfalls.

Kreisjugenddienst
Das Kreisjugenddienst Modell war in der Wesermarsch gescheitert.
Bei mir ist keine gute Erinnerung an die Diakone geblieben, da ist wenig
gekommen, zumal sie sich nur aufs Beraten beschränken wollten, das hat zu großen
Verärgerungen in den Gemeinden geführt. Arbeiten sollten die.
Schließlich haben sie auch Spitzen Verdienste.
Nur eine Diakonin ist mir in bester Erinnerung geblieben, welche sich mit großem
Einsatz eingebracht hat.
Allerdings, das Scheitern des Kreisjugendmodells ist und war nie Schuld der
Diakone, sondern das Modell als solches war nicht zu verwirklichen.

Kreisjugendpfarrer
Das Amt des Kreisjugendpfarrers ist unverzichtbar.
Er sollte die Dienstaufsicht über die Diakone und Diakoninnen ausüben.
Die gesamte Jugendarbeit koordinieren.
Als Dienstauftrag mit 25% wäre die Stelle des Kreisjugendpfarrers durchaus
zu dotieren.
Leider findet dieses Modell noch wenig Gegenliebe.
In Oldenburg haben wir noch den Landesjugendpfarrer.

Kirchenmusik
Herrliche historisch wertvolle Sakralgebäude, Schätze der Architektur sind
der Kirche zur Pflege anvertraut. Ihre Unterhaltung und Restaurierung sind
teuer, Denkmalschutz hat seinen Preis.
Händel, Bach. Telemann und viele andere haben großartige Musikwerke
geschrieben, welche in den genannten Gebäuden zum erklingen gebracht
wurden.
Händels Messias mit seinem gewaltigen Halleluja, Bachs Oratorien, wer kennt
all dies nicht.? In der Verantwortung der Kirche liegen diese großen und
kleinen Werke der Musik. Mit großem finanziellem Aufwand werden die Werke
der großen und kleinen Komponisten gepflegt.
Bachs Orgelmusik, die berühmte Toccata in d – wer hat sie nicht schon einmal
gehört.
Es ist die Institution Kirche, welche die Musikwerke der großen Meister
pflegt und bewahrt. Die Kirchenmusik ist ein gr0ßer Schatz unserer
Abendländischen Kultur.
Allerdings, der chronische Organisten Mangel, gerade in den kleineren Gemeinden,
ist der Kirchenmusik nicht gerade förderlich.
Doch, die Oldenburger Kirchenmusiker leisten viel.
In Oldenburg amtiert der Landeskirchenmusikdirektor. Er holt die Kirchenmusiker
zu Konventen, organisiert die Ausbildung von nebenamtlichen Organisten,
organisiert Fortbildungen. Dazu leistet der vieles auf dem Gebiet der Konzert
Angebote.
Im ähnlichen Sinne arbeiten die Kreiskantoren in ihren Kirchenkreisen.
Der geplante Kirchenmusikbeirat für unsere Landeskirche weckt Hoffnung.

Kindergottesdienst
Bei uns leider sehr schlecht besucht.
Eltern wollen Sonntag nicht so früh aufstehen und das Kind muss ja auch
mal ausschlafen. Könnten zwei Argumente sein.
Sind aber aus der Luft gegriffen, unser Kindergottesdienst beginnt um 10.30 Uhr,
kaum ein Kind schläft da noch.
Eltern und Kind verpassen hier einen wichtigen religionspädagogischen Aspekt.

Krankheit
Matthäus 8, 17
Juristisch ein regelwidriger Zustand.
Besessenheit und Krankheit standen immer in enger Verbindung.
Die Medizinmänner versuchten durch Rituale den Bösen Geist, also die
Krankheit, auszutreiben.
Schuld und Sünde, galten als ursächlich für die Krankheit.
Als Jesus mal einen Jungen heilte, wurde er gefragt nach der Ursache der
Krankheit: “Meister, hat dieser oder seine Eltern gesündigt?“
Jesus antwortete: “Diese Krankheit dient der Verherrlichung Gottes.“
Wir kennen die Heilung am Sabbat, welche für Konfliktstoff sorgte.
Da war die Heilung des gelähmten, den man durchs Dach herab ließ.
Da war der Besessene, aus dem Jesus den Dämon trieb.
Die Heilung der Schwiegermutter des Paulus. Den Jüngern gab Jesus die
Vollmacht zum heilen.
Predigen und heilen, das war Jesus wirken.
Wenn wir auch heute keine Dämonen für Krankheiten verantwortlich machen,
so kann doch ein lasterhafter Lebenswandel oder die Beschäftigung mit
zwielichtigem Spiritismus durchaus krank machen.
Durchaus kann ein Mensch auch heute noch besessen sein, sei es von einer
Utopischen Idee oder einem magischen Gegenstand, welche dann die
Gesundheit gefährden können.
An anderer Stelle sagt Jesus: “Diese Art fährt nur durch Beten und Fasten aus.
Vor Schwärmerei sei gewarnt, man vertraue sich einem Seelsorger an, ehe man
sich in die Hände eines Wunderheilers begibt.
Warum gibt es Krankheit überhaupt? Diese Diskussion ist sehr gewagt.
Es könnte wieder bei der leidigen Theodizee enden, oder ob der Mensch eine
Fehlkonstruktion sei. Viel Philosophisches kommt da auf.
Ich denke, der Mensch ist wunderbar gemacht.
Warum es nun Krankheit und Kranke geben muss, die Antwort erhalten wir
hier nicht.
Aber ich frage mich, wäre eine Welt nur mit Gesunden auszuhalten?

Kooperationskonferenz
Hier treffen sich Vertreter aus allen Kirchengemeinden eines Kirchenkreises
zum Erfahrungsaustausch. Berichte aus den Gemeinden, Probleme, all das
kann hier erörtert werden.
Leider wird dieses Gremium kaum wahrgenommen und findet kaum Interesse.

Leiden
1 Korinther 12, 26
Wer kennt sie nicht, „Die Leiden des jungen Werther“ ?
Leiden, ein Widerspruch zum Christlichen Glauben? Zugegeben, die ganze Bibel
Altes oder Neues Testament sprechen vom Leid und Leiden. Ob es das Leid des
Frommen ist, welcher sich beklagt, dass es dem Gottlosen so gut gehe, oder das
Leiden des Hiob, diese erschütternde Geschichte. Überall ist vom Leid und vom
Leiden die Rede. Und im Neuen Testament ist es vorrangig Jesus, der vom
Leiden spricht: “Der Menschen Sohn muss leiden.“ Aber sein Leiden war anderer
Art, er litt nicht im Sinne der Kläger des Alten Testamentes, sondern sein Leiden
war das Leidens Gottes schlechthin.
Warum lässt Gott seine Sonne über Gerechte und Ungerechte gleichermaßen
scheinen?
Hat Leiden überhaupt einen Sinn? Ich denke, es gibt sinnloses Blutvergießen und
ebenso sinnloses Leid.
Mensch und Tier und die gesamte Natur leiden heute unter Ungerechtigkeit, Gewalt,
Ausbeutung und eigentlich war das schon immer so. Und wenn mich das
schmerzt, wenn ich Mitleid habe mit dem Leiden, dann leide ich mit. Warum muss es
soviel Leid geben, besonders unter den Unschuldigen? Fragen, welche wieder in
Richtung Theodizee gehen.
In diesen Tagen, 24.7.11, denke ich an den Irrsinn von Oslo, das Attentat hat
viel Leid verursacht.
Ich möchte noch einmal auf die Geschichte des Hiob zurückkommen, eine
Geschichte, welche in der Weltliteratur einzigartig ist.
Dieser Hiob, untadelig und Rechtschaffen wird eines Tages mit entsetzlichem
Leid konfrontiert. Auf Grund einer Wette des Satans mit Gott, kann der Satan
mit Hiob sein „Spiel“ Treiben. Hiob verliert buchstäblich alles, ihm bleibt nur
noch das nackte Leben. Hiob wird zum Gespött, aber er bleibt standhaft seinem
Gott treu. Man fragt sich, was das ganze sollte? Wozu dieses „Spiel“, diese
Proben, um herauszufinden, ob jemand Treu ist? Musste dieses Leid sein?
Hatte das Leiden einen Sinn?
Es gibt neuerdings Theologen, welche das Leid dahin gehend rechtfertigen, das
Leiden diene dazu, den Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, sich in Liebe und
Barmherzigkeit zu üben. Denn, wo kein Leid, auch kein Mitleid.
Heute, Freitag den 11.März 2011, entsetzliches Erdbeben in Japan. Und wieder
stellt sich die Frage nach dem Sinn des Leidens der Menschen, die betroffen sind.
Die Berichte über missbrauchte Kinder reißen nicht ab, warum dieses Leid?
Ich bin es leid, jeden Tag die Berichte vom Leiden unschuldiger zu lesen.
Die ganze Schöpfung leidet, Mensch, Natur und Tiere. Und der Mensch entpuppt
sich immer als Ursache Nummer eins.
Aber irgendwann wird Gott alle Tränen abwischen, wird Leid und Geschrei nicht
mehr sein. So jedenfalls die Verheißung der Offenbarung.
Er macht alles neu.
Man lese: Römer 8, 18-30

Liturgie
Lukas 1, 23
Gottesdienstordnung.
Hier geht es um den Ablauf des Sonntäglichen Gottesdienst. In unserem Gesangbuch
sind vorne zwei Ordnungen zu finden, die große und die kleine Form.
Desweiteren ist die Sonntägliche Ordnung noch Kirchenjahreszeitlich
abhängig.
In der Passionszeit und Adventszeit ist die Ordnung eher schlicht, sollte zumindest.
Bei Trauerfeiern, Hochzeiten und Taufen, gibt es eigene Ordnungen. Zumeist
finden sie sich in der „Handreiche“.
Aber die Pastoren sind hier auch sehr erfindungsreich.
Doch Liturgien sind unendlich vielfältig, ich erlebe es immer wieder, die bunte
Vielfalt der Liturgien. Für die Organisten bei Vertretungen in anderen Kirchen
oft verwirrend. Die Variationen sind unübersehbar. Ich persönlich empfinde das
als Bereicherung, andere Organisten empfinden es als Last. Reine Geschmackssache.
Auch in der Wesermarsch gibt es eine bunte Vielfalt an Gottesdienstlichen
Liturgien.
Die wechselnden liturgischen Stücke in der katholischen Kirche sind bereichernd.
Liturgie sollte nicht so starr sein.





Liebe
Jeremia 31,3
Dieses Thema ist ein heißes Eisen, weil es die Kirche und jeden einzelnen
Christen auf die Probe und in Frage stellen. Denn die Liebe ist das A und das O des
gesamten Evangeliums. Unser Handeln, Tun und lassen, ja unsere Glaubwürdigkeit
werden einzig an ihr gemessen.
Ein befreundeter Katholischer Pfarrer sagte einmal: „Wo ist die erste Liebe
geblieben“?
„Ein neues Gebot gebe ich euch, das ihr einander liebet, wie ich euch geliebt habe“.
…..“ und hätte der Liebe nicht, wäre alle Mühe umsonst.“
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Amor et Caritas, die Werke der Liebe. Die guten Werke sind die Frucht des Glaubens
und der Liebe.
Warum sind Kirche und Diakonie getrennt? Warum gehen Orthodoxie und
Orthopraxis getrennte Wege?
Was hat es denn nun mit der Liebe auf sich? Die Frage kann nur beantworten,
wem sie entzogen wurde, wer sie erfahren hat. Waren sie schon mal über beide
Ohren verliebt?
Ja, wo die Liebe hinfällt. Liebe kann Blind machen. Affenliebe.
Ein alter Pastor sagte mir einst: „über die Liebe ist in unserer Kirche viel geredet
worden, leider nur geredet worden.“
Sexus – Eros – Philia – Agape – alles Griechische Bezeichnungen für die
Liebe, aber alle mit unterschiedlicher Bedeutung. Die Platonische Liebe sei
nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
Die reinste Liebe ist wohl mit Agape gemeint. Sie erscheint auch im Zusammenhang
mit dem Liebesmahl.
Hochzeitspaare wünschen gerne aus dem Korintherbrief das Hohe Lied der
Liebe. Und in der Tat, dieser Text beschreibt die Liebe einzigartig. Dabei fällt
mir das Lied ein: “Liebe ist nicht nur ein Wort.“
„Die Liebe sei ohne falsch.“ Dazu Römer 12, 9 – 18
„Gott ist Liebe“ Das Geheimnis der großen Liebe in dieser Welt, welches wir
Gott nennen.
„Liebet einander, wie ich euch geliebt habe“. „Niemand hat größere Liebe als der,
der sein Leben lässt für seine Freunde.“
Den Alten wurde noch gesagt, du sollst deinen Nächsten Lieben und deinen
Feind hassen. Jesus dreht den Spies um: “Liebet eure Feinde.“
„Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“
Ich glaube, wir werden dereinst nicht gefragt, was und wie viel wir geglaubt haben,
sondern wie viel wir geliebt haben.
Mir fällt ein aller Schlager ein: „Die Liebe ist ein seltsames Spiel.“ Auch wenn es
nicht so gemeint war, aber mit Liebe spielt man nicht.
„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab.“
„Liebet eure Feinde, denn wenn ihr nur die liebt, welche euch lieben, welchen Lohn
habt ihr dann“?
Im 1.Johannes Brief heißt es: „ Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Lasst uns
Ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wie kann man Gott lieben, den man
nicht sieht und seinen Nächsten nicht lieben, den man sieht“?
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Das wurde schon von Mose
Propagiert.
Doch es hapert noch sehr in unserer Kirche an der Liebe, auch wenn sie immer
lauthals verkündet wird. Ich bin oft genug entsetzt, wie man mit seinesgleichen
herumspringt. Ja, oft verdichtet sich bei mir die Ahnung, man geht diesen
Begriff doch lieber aus dem Wege, nicht drüber reden. Man ertappt sich schnell
als möglicher Mitwisser.
Laut Bildzeitung ist heute, 6.7.11, das Jahr des Kusses.
Da muss ich an den Verrat des Judas denken, der Jesus mit einem Kuss, dem
Symbol der Liebe verraten hat.
Es ist jener Wangenkuss, wie er im Orient üblich ist und später von den
Kommunisten als Bruderkuss zelebriert wurde.
Wie viel falsche Küsse mögen schon gegeben sein, um das Fremdgehen zu
Vertuschen? Wie viel Lüge steckt hinter so manch einem Kuss?
Dennoch, die Liebe ist das größte Geschenk, welches wir empfangen oder geben
können.

Landessynode
Neben der Kreissynode haben wir dann noch die Landessynode.
Sie ist das eigentliche Machtinstrument unserer Kirche, wenn man das so
sagen darf. Alle Kreissynoden entsenden Vertreter in die Landessynode,
beziehungsweise in Synodale Ausschüsse. Ich selbst bin im Ausschuss Recht
und Verfassung sowie Gemeindedienst und Seelsorge. Neben den gewählten
Synodalen gibt es dann noch die Berufenen. Theologen und Laien sind in einem
guten Gleichgewicht paritätisch vertreten.
Der Staatliche Grundsatz: „alle Macht geht vom Volke aus“ gilt auch in der Kirche,
jedenfalls in der Evangelischen und das hat etwas mit dem „Allgemeinen
Priestertum der Gläubigen“ zu tun.
Unsere Kirche baut sich von unten nach oben auf, auch wenn gelegentlich das
Umgekehrte passiert.
Ganz anders in der Katholischen Kirche, hier ist die Synode ein reines
Schattenkabinett, und hat praktisch nichts zu melden. Der Bischof ist oberste
Gesetzgebende Instanz. Die Synode hat einen rein beratenden Charakter.
Unsere Synode beschließt den Haushaltsplan, beruft Pfarrerinnen und Pfarrer,
schafft Stellen, beschließt Gesetze und vieles andere mehr. Ohne die Synode
läuft praktisch nichts. Präsidentin oder Präsident der Synode ist stets ein Laie.
Zurzeit haben wir eine Präsidentin, ein wahres Geschenk. Ja selbst der
Oberkirchenrat wird von der Synode gewählt. was wir gerade in der Synode
Mai 2011 getan haben.
Anträge an die Synode werden verlesen, beraten, irgendwelchen Fachausschüssen zugewiesen und beschlossen oder abgelehnt.
Oft werden noch Sonder- oder Unterausschüsse gebildet.
Um in bestimmte einflussreiche Gremien zu gelangen, muss man wohl mindestens Theologe, Jurist oder sonst ein Akademiker sein, möglichst Dr. oder Professor.
Dieses Eindrucks kann ich mich leider nicht erwehren.
Die Synode tagt zweimal jährlich in der Regel von Mittwochs bis Freitag oder
Samstag.
Will ein Synodaler etwas vortragen, erteilt die Präsidentin Redeerlaubnis, geht man
an das Pult, begrüßt zunächst die Präsidentin, dann sagt man Hohe Synode, liebe
Con Synodale.
Will man Anträge stellen, bedarf es hierzu einiger unterstützender Unterschriften
anderer Synodaler. Die Tagungen der Synode sind öffentlich, jedoch kann in
bestimmten Fällen die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden, was wir gerade
bei der Wahl eines neuen Oberkirchenrates getan haben, als eine Personal
Debatte gewünscht wurde.

Lieder
Unser Gesangbuch ist prall voller schöner Lieder für alle Lebenslagen.
Ich versuche ein Lied zu Ostern zu schreiben:
Frohe Ostern überall, tönt es freudig übern Erdenball
Osterzeit, Siegeszeit, Hoffnung für die ganze Welt
Segensreiche Ostern überall. Gott ist Leben froher Schall
Darum preisen wir den Herrn, Jesus Christus lebt
Schaut nach oben, schaut hinauf, alle Welt erbebt.
Nach der Melodie: „Frohe Weihnacht überall.“
Nicht ganz gelungen.
Aber, es gibt mittlerweile viele Liederbücher auch mit modernen Liedern.

Leben (ewiges)
Genesis 2,7
Er mag ja klug sein, jener britische Wissenschaftler Stephen Hawking,
aber ob er mehr weiß als Jesus, möchte ich entschieden verneinen.
Jedenfalls ist die Meinung jenes Hawking, es gäbe kein ewiges Leben seine ganz
persönliche Meinung, aber kein physikalischer Lehrsatz, sondern Arroganz
und Anmaßung.
Das Leben selbst ist unsterblich, weil Gott selbst das Leben ist.
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
„Wer an mich glaubt, der wird nimmer sterben.“
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Ostern ist mit der Auferstehung der
klassische Beweis an alle Besserwisser.
Gott hat kein Gefallen am Tod des Sünders, sondern das er lebe.
Dank an jenen Wissenschaftler, welcher Hawking auch sofort widersprochen hat.
„Ich lebe und ihr sollt auch leben.“
Auf dieses Wort Jesu verlasse ich mich.
Übrigens: Eltern zeugen kein Leben, sondern geben es nur weiter.
Gott ist, der Leben schafft.

Minarette und Moscheen
Wir sind ein demokratischer Rechtsstaat, das Recht auf freie und ungehinderte
Religionsausübung sichert auch die Freiheit, Gotteshäuser, also Kirchen und
Moscheen und Synagogen zu bauen.
Doch im Fall der Moscheen habe ich ein Problem. Solange der Islam in seinen
Ländern den Bau von Christlichen Kirchen oder Synagogen verbietet, solange
ist auch bei uns kein Platz für Moscheen. In Niedersachsen wetterte eine
muslimische CDU Abgeordnete gegen Christliche Kreuze. In Nordrhein Westfalen
setzte sich ein Ministerpräsident für den Bau weiterer Moscheen ein.
Also lieber Muezzin, besteige das Minarett in deinem Land und Sorge dafür, dass
wir auch bei euch Kirchen bauen dürfen.
Im Ausland habe ich immer gerne Moscheen besucht, ein Juwel der Baukunst.
Denkt an die Religionsfreiheit.

Mönche – Nonnen
Gibt es so wie zu Luthers Zeiten nicht mehr im Evangelischen Bereich.
Der hannoversche Landesbischof ist übrigens Abt des Kloster Loccum
Aber auch im Katholischen Raum hat sich das Bild stark verändert.
Mönche und Nonnen gehen am Tage oft normalen weltlichen Berufen nach.
Während eines Urlaubs lernte ich einen Jesuiten Pater kennen, er war Wirtschaftsberater.
Natürlich gibt es auch noch katholische Klöster, wo sich Mönche und Nonnen
ausschließlich dem Gebet und der Liturgie widmen.
Übrigens, Ordensschwestern sind keine Nonnen.
Evangelische Mönche und Nonnen gibt es wohl nicht mehr.
Luther hat dem Mönchtum wegen seiner Weltflucht eine Absage erteilt.
Aus damaliger Sicht sicherlich richtig, trotzdem bedaure ich den Verlust.
Das Kloster Taize in Frankreich ist auch Anziehungspunkt für evangelische,
weil es einen rein ökumenischen Charakter hat.

MAV- Mitarbeitervertretung
Was für den öffentlichen Dienst der Personalrat, für die freie Wirtschaft der
Betriebsrat, ist für den kirchlichen Dienst die Mitarbeitervertretung.
Ich selbst war einige Jahre Vorsitzender einer Mitarbeitervertretung. Das Mitarbeiter-
Vertretungsgesetz unterscheidet sich vom Betriebsverfassungsgesetz erheblich,
eine gewisse Nähe zum Personalvertretungsgesetz ist unverkennbar.
Entscheidend beim Mitarbeiter Vertretungsgesetz ist der Gedanke der
Dienstgemeinschaft. Auf Pastoren ist das Mitarbeiter Vertretungsgesetz nicht
anwendbar. Trotz aller Kritik am MAV Gesetz, kein Mitarbeiter ist Rechtlos.
Die MAV wird an allen Personalprozessen beteiligt.
Neuerdings wird auch das Streikrecht diskutiert.

Missbrauch
Die jüngst ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle sind eine Schande für
die Kirche und die gesamte Christenheit.
Schon Paulus hat die Knabenschänder gegeißelt.
Es darf hier vom schäbigsten Kapitel der Kirchengeschichte gesprochen werden.
Dass es solche Missbrauchsfälle in Familien, Schulen und Vereinen gab und
gibt, sei nur erwähnt. Doch das sie auch im Schoß der Kirche passieren, das
sprengt die Phantasie und rüttelt an der Glaubwürdigkeit der Institution Kirche.
Ohne Frage ist die Katholische Kirche hier stärker betroffen als die Evangelische.
Nun aber diese Verbrechen sofort mit dem Zölibat in Verbindung zu bringen, ist
verfehlt, auch wenn der Zölibat eine der Ursachen für diese Verbrechen sein kann.
Ich spreche bewusst von Verbrechen und nicht von Verfehlungen.
Doch was in Vereinen, Schulen, ja in der Evangelischen Kirche geschah, hat ja
Bekanntlich auch nichts mit dem Zölibat zu tun.
Es ist übel, mit anzusehen mit welcher Zaghaftigkeit dieses Thema behandelt wird.
Dieses drum herum reden seitens der offiziellen Amtskirche ist eine Schande.
Wie sich die Katholischen Bischöfe mit Lügen und Ablenkungsmanövern gegenüber
der Öffentlichkeit verhalten haben, ein Trauerspiel. Hier hat man sich an
Schutzbefohlenen vergangen, mit Züchtigungen und sexuellem Missbrauch.
Wenn ich meine Kinder nicht mehr sicher bei der Kirche abliefern kann, wo denn
dann noch?
Hier helfen auch keine Abfindungen, finanzielle Trostpflaster an die Geschädigten.
Hier hilft auch kein Disziplinarverfahren gegen die Täter vor einem kirchlichen
Gericht. Ich sage: sofort aus dem kirchlichen Dienst entlassen, Strafverfahren vor
einem staatlichen Gericht einleiten, wie es jedem Normalbürger auch passieren
würde. Aber nein, die kirchlichen Hoheiten verziehen sich mit dicken Pensionen
auf ihr Altenteil, etwa in ein Kloster.
Es ist nicht allzu lange her, da hat der Papst die Katholiken noch als die besseren
Christen gepriesen und damit die Ökumene mit Füssen getreten.
Die besseren Christen seid ihr Katholiken gewiss nicht.
Den Buddhisten, Juden und Moslems haben wir ein feines Bild von uns geliefert.
In der Politik übernehmen Minister in der Regel Verantwortung, wenn in ihren
Ressort solche Dinge passieren würden.
Es hat lange gedauert, bis sich einige Bischöfe zu ihrer Verantwortung bekannten.
Es gehörte wohl ein wenig Mut und Überwindung dazu, bis die Augsburger
Priesterschaft ihren Bischof vom Thron gefegt hat. Glückwunsch. Immerhin kann
der gefeuerte mit einer satten Pension sich hinter Klostermauern verkriechen.
Und wann endlich trat der Papst mit einem Machtwort auf? Er ließ sich die
Gemüter erst einmal beruhigen.
Zwei Wochen später, trat er zögerlich an die Öffentlichkeit.
Lieber Benedikt, „Wer der Größte unter euch sein will, der sei aller Diener“.
Liebe Katholiken, tretet deshalb nicht alle aus der Kirche aus, ich bin ein
Freund der Ökumene, trotz solcher Vorgänge hinter Kirchenmauern, kann und
darf man die Katholische Kirche und ihre Priester nicht pauschal verurteilen.
Es darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, das es in der Vergangenheit
auch in der Evangelischen Kirche Kindesmissbrauch gegeben hat. Erst kürzlich,
Februar 2011 gab es in Ostfriesland einen schlimmen Fall sexuellen Missbrauchs.
Es erübrigt sich die Frage, in welcher Kirche mehr Missbrauch geschehen ist.
Das selbst Jugendliche kleinere Kinder vergewaltigen, übersteigt die Phantasie.
Jeder Fall ist mit Sicherheit einer zu viel. Lasset uns gemeinsam Buße tun, das wir
nicht genügend wachsam waren, das die Schande und das Leid so lange unter
den Teppich gekehrt wurden.
Und wir als Kirche spielen uns als Hüter und Wächter der Moral und Sitte auf?
Wir sollten uns für die Opfer schämen. Da will die Katholische Kirche die Pille und
Kondome verbieten, aus moralischen, sittlichen oder Ethischen Erwägungen.
Achtet lieber darauf, dass ihr die Pfoten von denen lasst, die euch anbefohlen sind.
Dankbar nehme ich zur Kenntnis, dass die EKD und auch die Oldenburgische
Landeskirche nunmehr Konsequenzen gezogen haben und Anlaufstellen für
Geschädigte getroffen haben.
Der erneute Missbrauchsfall eines Katholischen Priesters, 22.7.11, in der
Nähe von Salzgitter, bringt mich in Rage.
Kirche muss handeln und zwar sofort.
Vom Staat verlange ich eine härtere Gangart gegen Kinderschänder.

Mission
„Gehet hin in alle Welt, verkündet das Evangelium und taufet die Menschen auf
den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Pfingsten ist der Beginn der Missionstätigkeit durch die Apostel.
Die Geschichte der Mission verlief nicht immer im Geiste Jesu.
Man denke nur an die Zwangsbekehrungen.
Die Kreuzzüge gehören zum dunkelsten Kapitel der Christenheit.
Trotzdem hat sie große Männer und Frauen hervor gebracht. Ich nenne nur
Albert Schweitzer.
Zu unterscheiden ist zwischen Innerer und äußerer Mission. So wie Albert Schweitzer
der äußeren Mission zuzurechnen ist, wäre Bodelschwingh der Inneren Mission
zuzurechnen.
Doch beide Missionszweige sind auch heute noch unverzichtbar in ihrer gesamten
Bedeutung.
Was den Einzelnen betrifft, so sei folgendes gesagt: Schon das Bekenntnis am
Arbeitsplatz ist Mission, einen Kranken zu besuchen, ist Mission. Mission muss
immer ein freiwilliges Angebot, darf nie Zwang sein.
Für unsere Landeskirche mag die Norddeutsche Mission entscheidend sein.
Die Norddeutsche Mission, 1836 gegründet, ihr gehören an: die Bremische
Kirche, die Oldenburgische Kirche, die Reformierte Kirche, die Lippische Kirche,
sowie aus Afrika Ghana und Togo.
Der große Heidenmissionar war wohl unstreitig Paulus.
Auch die Bahnhofsmission sei noch erwähnt.
Gelegentlich spricht man auch von einer heiklen Mission, auch von der
Mars Mission.

Mutter
Apostelgeschichte 1, 14
Heute (8.5.11) ist Muttertag.
Einen Vatertag fände ich auch schön, aber nicht auf Kosten von Himmelfahrt.
Unsere Mütter haben so einen Gedenktag verdient.
Sie tragen die Last der Geburt und meistens auch unsere gesamte Erziehung.
Meine Mutter hat mich im Kriege auf der Flucht aus Ostpreußen jahrelang mit
sich herum geschleppt, musste sehen, das was zu essen auf den „Tisch“ kam.
Hat nach Ärzten gesucht, hat vieles durchgemacht.
Mutterliebe ist nicht zu ersetzen.
Ich denke auch an Mutter Maria, an Mutter Teresa, großartige Frauen.
Die Mütter geben Geborgenheit, darum fahren die Diakonissen in das Mutterhaus,
da gibt es die Hausmutter.
Sehen sie eine Schraube, erst wenn die Mutter darauf ist, erfüllt sie Sinn und
Zweck, die Mutter verschafft halt.
Die Bibel lobt die Mütter, es gibt da viele „große“ Frauen.
Auch in der Apostelgeschichte werden sie benannt.
Und wie viele Mütter vernachlässigen ihre Kinder, ja Quälen und Misshandeln sie?
Den Gedanken will ich nicht weiter verfolgen.

Orgel
Oldenburger Land ist Orgelland.
Speziell die Wesermarsch mit ihren vielen alten historischen Orgel.
Langwarden mit seiner Arp Schnitger Orgel ist ein begehrtes Ziel internationaler
Künstler.
Desweiteren: Blexen, Rodenkirchen, Jade, Abbehausen, Eckwarden, Waddens,
und weitere.
Auf fast allen habe ich schon gespielt. Es ist ein Hochgenuss, auf der Königin der
Instrumente zu spielen. Gott sei gedankt für diese Gabe.
Freue ich mich, Ostern 2011 in Rodenkirchen zu spielen.
Bedauerlicher Weise soll es Touristen geben, welche wertvolle Orgelpfeifen als
Andenken mitnehmen.
Unsere Landschaft hat mehr Orgeln als Organisten, nämlich Chronischen
Organisten Mangel.
Die Unterhaltung der Orgeln hat ihren Preis. Mindestens alle zwei Jahre müssen
sie gestimmt werden, oft sind kostspielige Renovierungen notwendig.
Hier helfen nur noch Spenden und Fördervereine.
Wie habe ich es genossen, am 22.5.11 in der Stadtkirche in Delmenhorst an der
großen Orgel zu sitzen und zu spielen.
Am kommenden Sonntag werde ich in Strückhausen spielen.
Orthodoxie
Rechte Lehre oder rechtes Handeln?
Ich meine, dass eine ist vom anderen nicht zu trennen. Wir werden dermal einst
wohl nicht gefragt werden ob wir Katholisch oder Evangelisch waren, ob wir
überhaupt nach unserer Religionszugehörigkeit gefragt werden?
„Es werden nicht alle, die zu mir Herr, Herr, sagen ins Himmelreich kommen,
sondern die den Willen Gottes tun.“
Die sonntäglichen Kirchgänge werden nicht gezählt. Was zählt, ist unser Handeln
am Mitmenschen, die Werke der Liebe. Denn der Glaube ohne die guten Werke ist
ein toter Glaube.
„Ich will nicht das Geplärr eurer Lieder und nicht eure Brandopfer, ich will
Werke der Barmherzigkeit.“
So heißt es schon im Alten Testament.
Nicht der Kollekten Groschen ist entscheidend, sondern die innere Haltung, mit
der er gegeben wird.
„Seid nicht nur Hörer des Wortes, sondern Täter.“
Es geht um das praktische Christentum.
Gottes Forderungen sind hier unerbittlich:“ was ihr einem dieser Geringsten getan
habt, das habt ihr mir getan.“
In der Geschichte vom Barmherzigen Samariter hatten der Priester und der
Levit es offenbar eilig, zum Tempelgottesdienst zu kommen.
Die Liturgie war ihnen wichtiger als der Verletzte am Wegesrand, ein tödlicher
Irrtum.
Mit der sogenannten christlichen Nächstenliebe sieht es düster aus.
Viel Getöse und Gerede, wenig Taten seitens der Kirche und ihrer Gläubigen.
Wir dürfen nicht denken, Misereor und Caritas erledigen das alles für uns.
Da müsste mehr kommen, wir sind gefordert.

Opfer
Römer 12, 1
Zwar gibt es im evangelischen Kultus keine Opfer, aber nichts desto weniger gibt es Opfer.
Die Kollekte ist auch ein Opfer. Ehrenamtliche opfern ihre Zeit.
Und wir sprechen vom Dankopfer.
Als Kind kannte ich die Briefmarke: „Notopfer Berlin“. Mit zwei Pfennigen sollte
jeder sich an der Rettung Berlins beteiligen.
Erwähnt sei nur der Vollständigkeit halber das Messopfer der Katholischen Kirche.
Menschenopfer gab es schon immer, denn wenn man schon nicht selbst, dann soll
der andere dran glauben.
Ich denke an die Opferbereitschaft des Abraham, der bereit gewesen wäre, seinen
Sohn zu opfern. Beim Lesen dieser Geschichte packt mich das Grauen. Luther hat
zu dieser Geschichte gesagt: „Ich möchte hier nicht Zuschauer, geschweige denn
Mitspieler gewesen sein.“
Wenn denn dieses geforderte Opfer nur eine Probe war um den Gehorsam des
Abraham zu erkunden, mit abschließendem Happy End, dann ist das schon ein
hartes Stück, wie hier mit Vater Gefühlen gespielt wird.
Auch heute werden noch Opfer gebracht, auch Menschenopfer, nur die Altäre und
die Anlässe haben sich geändert.
Menschen werden geopfert für den Sport, für eine Ideologie, für die Religion, Kinder
sind die Opfer von Scheidungen.
Kinder werden als Soldaten gezüchtet, kleine Mädchen als Prostituierte verkauft.
Man opfert diese Kleinsten, aus Profitgier.
Die Menschen werden buchstäblich verheizt.
Auch die sogenannten Selbstmordattentäter opfern sich und andere für
eine verfehlte Ideologie.
Für eine bestimmte Sache werden Menschen „fallen gelassen.“
Man begründet all dieses mit Gesellschaftlichen Notwendigkeiten, für das
Ansehen und Image des Staates oder der Religion.
Diese Opfer sind oft genau so sinnlos, wie ein Verkehrsopfer.
Es gibt andere Opfer, solche, welche human und hilfreich sind.
Da opfert jemand eine Niere, um ein Leben zu retten. Da ist die Organspende,
auch ein Opfer.
Hochachtung vor jenen, die sich für andere Opfern.
Opfere dem Herrn Dank. Da denke ich an Mutter Theresa, welche sich in den
Slums Aufopferte.
Da werden unsere Jungs in Afghanistan geopfert, um Menschen zu schützen.
Die Eltern stehen nun mit leeren Händen da.
Im Alten Testament lesen wir oft, wie Gott die Brandopfer verschmäht. Dankbarkeit,
Liebe, Demut, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, das sind die wahren Opfer.
Und da ist der Opfertod Jesu am Kreuz, nicht für sich, sondern für die Menschheit,
Opfer für die Welt. Wer sein Leben für seine Freunde gibt, opfert wahrhaft.
Ob Selbstmord Attentäter zu den Opfern bringenden gehören?
Nein sie fordern Opfer, unschuldige sogar.
Sie sind selbst Opfer einer falschen Ideologie.

Ostern
Woher das Wort kommt? Einige meinen von Osten.
Das Fest der Osterhasen, Eier suchen?
Osterbräuche gibt es ja in Hülle und Fülle.
Osterfeuer, Ostermärsche.
Das Osterlachen, ein mittelalterlicher Brauch, habe ich erstmals 2011 in einer
Predigt gehört. Thema ist die Verhöhnung des Todes.
Nüchtern betrachtet ist Ostern das Fest der Auferstehung, wäre er, Jesus, nicht
auferstanden würden wir heute vielleicht nur seinen Todestag als Gedenktag
feiern. Ostern ist eine Zäsur in der Weltgeschichte, ein neues Kapitel begann,
ein neues Zeitalter. Der Auferstandene hat fortan das Zepter in der Hand.
Und wer die neutestamentliche Geschichte liest, merkt schnell, niemand hat sich
hier eine Geschichte ausgedacht. Die Frauen werden als erste Zeugen benannt,
jene Frauen, deren Zeugnis damals kaum Wert besaß. Und die Jünger und später
die Schreiber der Ostergeschichte kamen nicht um diese Tatsache herum.
Hier gab es nichts zu verbergen, kleinlaut musste man den Frauen in der Geschichte
den Vortritt überlassen. Beschämt erkannten die Jünger später ihren Kleinglauben,
den Jesus so oft an ihnen getadelt hatte.
Und später hat Paulus klar gestellt, das alle Verkündigung glatter Betrug und
sinnlos wäre, wenn der Auferstandene nicht auferstanden wäre.
Und Jesus muss seinen Jüngern erschienen sein, denn was sollte der Grund
gewesen sein, sich erneut mit der Lehre Jesu unter Lebensgefahr an die
Öffentlichkeit zu wagen?
Die Botschaft war nicht mehr aufzuhalten.
Und das Osterereignis ist die einzige Legitimation für den Verkündigungs-
Auftrag der Kirche. Was sollte sie auch verkünden, wenn Ostern nicht gewesen
wäre?
Ostern, der Tod ist überwunden, Gott ist leben, Hoffnung für die Welt.
Der Tod ist überwunden, der Stachel des Todes besiegt.
Ostern ist der zweite Big Bang in der Geschichte des Universums.
Ostern ist das Fest, welches in der Ostkirche als das Fest schlechthin bis heute
gefeiert wird. Im Westen hat die Weihnachtsbotschaft Priorität.
So ein Osterfrühgottesdienst ist ein Erlebnis besonderer Art, dazu kann ich Mut
machen.
Den Organisten rate ich, bei Trauerfeiern zum Ausgang „Christ ist erstanden“ zu
spielen.




Wolfgang Müller
Fortsetzung:
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