Ein Schlüsselerlebnis
- Gottes wunderbares Wirken -





Ein Schlüsselerlebnis




Der Zug aus Hannover fährt gerade in den Bahnhof ein, als ich aus dem Auto steige.
Prima – alles rechtzeitig geschafft. Danke, Herr Jesus!
Der Kuchen für das nachmittägliche Hauskreistreffen ist fertig und der Nudelauflauf zu Mittag im Backofen auf mittlere Hitze eingestellt.

Es ist eine Gebetserhörung, dass es meinem Bruder, der in den vergangenen Tagen von
einem Gichtanfall geplagt wurde, wieder besser geht, so dass er zu unserem monatlichen
Hauskreistreffen kommen kann.

Zuhause angekommen wollen wir über die Terrasse ins Haus, aber die Terrassentür
ist zu.
„Da müssen wir wohl doch vorne klingeln“, meine ich gerade, denn ich hatte meinen Hausschlüssel nicht mitgenommen. Bernd war ja zuhause und zuvor mit Katze Cleo im Garten. Er kommt uns auf halbem Weg vor dem Haus entgegen – mit der Post und seinem Schlüsselbund in der Hand.

Die Wohnungstür ist ihm zugefallen.
Das wäre nicht weiter tragisch, wenn nicht mein Wohnungsschlüssel von innen im Schloss stecken würde!

Mein erneuter Versuch, die Tür mit Bernds Schlüssel aufzubekommen, scheitert.
„O nein! HERR, bitte hilf uns!“ rufe ich in Panik. In Sekundenschnelle flitzen mir alle schlimmen Gedanken durch den Kopf: Verbrannter Nudelauflauf im Ofen und weitere Folgen, Cleo alleine in der Wohnung… das Hauskreistreffen in zwei Stunden in Hessisch Oldendorf nicht nur ohne Kuchen, sondern ohne uns drei… alles war so schön geplant… und jetzt!?! Vermieter anrufen hat keinen Sinn, nur schnell einen Schlüsseldienst, mag es kosten, was es wolle!

Bernd eilt zu den Nachbarn, um von dort zu telefonieren. Sie kamen gestern erst aus dem Urlaub zurück. Welch ein Glück, dass sie da sind, denke ich. Währenddessen renne ich runter in den Keller, suche kopflos nach einem Hauptschalter fürs ganze Haus, finde aber keinen.

Jürgen hat vorm Haus gewartet und ruft, als Bernd und ich zurückkommen:
„Da ist ein Fenster auf! Kommt mal, das Schlafzimmerfenster…“

Stimmt! Ich hatte es aufgelassen und die Jalousie bis auf 30 Zentimeter heruntergezogen.
„Da kannst du doch durchklettern“, meint mein Bruder.

Nach kurzer Skepsis, denn ich weiß, dass es selbst im Erdgeschoss schwierig ist, ungeübt als Erwachsener durch einen solchen Spalt zu kommen, fügt er hinzu: „Ich drücke die Jalousie nach oben.“
Es geht tatsächlich.
Das Fliegennetz kann ich einfach von außen lösen und mit Hilfe von Bernd und
Jürgen durchkrabbeln.
Sofort renne ich in die Küche.
Alles im „grünen Bereich“. Mittagessen ist gerettet!

Bernd sagt sofort den Schlüsseldienst ab, dem noch keine Kosten entstanden sind.
Große Erleichterung bei uns allen. Danke, HERR!

Gemeinsam danken wir fürs Essen und staunen über Gottes Wirken.
„Ihr ward so aufgeregt“, meint Jürgen.
Er hatte in der Situation still gebetet und Gott sprach sehr deutlich zu ihm, dass ein Fenster offen sei, was er zunächst nicht glauben wollte, dann aber genau nachschaute.
Sicherlich hat der HERR auch meinen panischen Hilfeschrei gehört, aber wir waren in der Situation in den eigenen Gedanken und Vorstellungen so gefangen, dass wir für Gottes Wegweisung nicht offen waren. Zu Jürgen, der innehielt und IHN um Hilfe bat, redete ER – und Jürgen hörte und gehorchte.

Ich plane und bin „aus dem Häuschen“, wenn diese Planung plötzlich durchkreuzt wird.
Zuvor hatte ich doch alles so gut unter Kontrolle, bzw. es erschien mir so.
Eine wichtige Lektion für mich: Gott hat die Lösung schon parat, an die ich überhaupt nicht denken konnte, weil ich innerlich blockiert war durch Angst und mich durch meine Gefühle und Gedanken sozusagen „aus der Bahn werfen ließ“.

Rechtzeitig kamen wir zum Hauskreistreffen und konnten das gerade Erlebte dort voller Freude als Ermutigung weitergeben.
Als Tischkärtchen hatte ich das passende Wort - Psalm 84,13:
„Herr, du Gott über Himmel und Erde. Glücklich ist jeder, der sich auf dich verlässt.“


Mein Mann und ich lernen aus dem Erlebnis mit dem Schlüssel, dass zu einem
„Schlüsselerlebnis“ bezüglich des Vertrauens in unseren Herrn Jesus Christus wird:
Statt in Panik zu geraten, dürfen wir sofort mit jeder Not zu dem Herrn kommen, der Himmel und Erde geschaffen hat, uns und die schwierige Situation sowie den Weg heraus kennt.
Das soll allen anderen Aktionen vorausgehen, denn die Lösung jedes Problems liegt bei ihm, der es auch zugelassen hat zu unserem Wachsen im Glauben und Vertrauen.

Wenn es scheinbar nicht mehr weitergeht, hat Gott den besten Schlüssel parat – sich selbst, den Heiligen Geist, der unser Tröster und Helfer ist in jeder Lebenslage.


Astrid v. Knebel Doeberitz





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