Bandensache
- christliche Kurzgeschichte -





Bandensache




Es war einmal ein Dorf namens Gotulda. Die Betonung liegt auf „war“. Kurz darauf wurde es nämlich zu einer kleinen Stadt. Diese Stadt Gotulda war keine gewöhnliche Stadt. Sie hatte etwas, was keine andere Stadt hatte. Nämlich eine Bande. Die Succesörner (successor), das war ihr Bandenname über den ich später noch erzähle, waren in der ganzen Stadt und in noch vielen weiteren Dörfern bekannt. In der Succesörner-Bande waren sieben Kinder: Das war einmal der 11-jährige Nuschko, das war der Anführer der ganzen Sippe, Fltize-Fu, der so schnell rennen konnte wie ihr es noch bei keinem 8-jährigem gesehen habt und Emma, die kleinste, aber Geschickteste Kletterin auf der Welt. Außerdem gibt es da noch den schlauen Basti, die rotzfreche Biene (also eigentlich Bianca, aber sie hasste diesen Namen), der immerzu hungrige Conztantin, auch bekannt als Conz und Mine, die gerade erst fünf geworden war, aber dafür ordentlich viel Grips hatte. Sie hatten ein riesiges Bandenquartier, also ein Lager, das in einem riesigen ausgehöhlten Mammutbaum war. Man musste zu erst ein Stückchen klettern, bis ein kleines Astloch kam. Da zwängt man sich hindurch und drinnen konnte man seinen Augen kaum trauen. Dort war ein richtiges Zimmer. Auf dem Boden lag ein Teppich, und über all standen schöne Sofas, die sie auf dem Speermüll ergattert hatten. Und in der Mitte stand ein großer Holztisch. Dort versteckten sie allerlei Süßkram und viele Bandenutensilien. Aber da war noch was. Eine Dose. Was da wohl drin war? Ich kann es euch sagen. Aber halt, nicht ganz. Es war ein Buch. Das schönste was ihr je gesehen habt. Was das für ein Buch war, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht ein Bandenbuch? Oder ein Märchenbuch? Wer weiß. Jedenfalls war dieses Buch das wichtigste der ganzen Bande. Jeder wollte so leben wie es in dem Buch stand. Das machte die Seccosörner auch so beliebt. Anscheinend stand in dem Buch etwas, was ihre Persönlichkeit gut pflegte.

Ihr fragt euch, was eine Bande den ganzen Tag macht? Tja, oft lungerten sie in der Stadt herum und halfen wo sie konnten. Ihr müsst wissen dass sich in der Stadt Gotulda eine Menge Banditen und Diebe herum trieben. Diese klauten und logen und stellten anderen Unsinn an. Der Großteil dieser Diebe, hatte sich auch zu einer Bande verbündet. Ihre Bande hieß Tschäg. Damit sie keiner erkannte verkleideten sie sich oft und immer verschieden. Das war das schwierigste an der ganzen Sache, denn jeder kannte zwar die Tschäg aber keiner ERKANNTE sie. Damit sie nicht auffielen, verhielten sie sich wie ganz normale, nette Bürger, ließen sich zum Beispiel zum Tee einladen und klauten dann still und heimlich alles was ihnen zwischen die Finger kam.

Die Succesörner kannten die Tschäg sehr gut und sie versuchten sie auch immer wieder dazu zu überreden auch nach diesem Buch zu leben, aber selbst sie vielen manchmal auf die Verkleidungen und die Tricks der miesen Tschäg rein. Zum Glück waren aber oft die Succesörner am Start um ihre Untaten zu verhindern.

Eines Tages gingen drei der Succesörner, nämlich der schnelle Flitze-Fu, dann noch Basti und die rotzfreche Biene nach Gotulda. Sie liefen durch die Stadt und wollten etwas Brot und Orangensaft für das Bandenquartier kaufen. Sie gingen gerade zum Bäcker rein, da kam ihnen eine nette Frau mit hohen Schuhen entgegen. Sie fragte ob, sie wüssten wo die Laubbaumstraße wäre. Natürlich wusste Basti es sofort. Keiner kannte sich besser mit Gotulda und anderen Städten aus als er. Er war eben der schlaue Basti und so erklärte er  es der Frau so gut es ging und da...! Flitz-Fu sah wie die Frau ein Geldbeutel unter ihrer Jacke verschwinden ließ. Aber, das war doch das von den Succesörnern! Nuschko handelte blitzschnell. „He, warte mal, das ist doch unser Geldbeutel!“ Die Frau fühlte sich ertappt, zog sich schnell die hohen Schuhe aus und rannte auf Socken so schnell sie konnte. Basti, Biene und Flitz-Fu rannten so schnell Sie konnten hinterher. Flitz-Fu war der Schnellste und konnte so gerade noch den Ärmel der Jacke von der Frau fassen, aber sie ließ die Jacke einfach abstreifen. „Mist, fast hätten wir sie! Wenigstens haben wir den Geldbeutel aus der Jacke wieder. Das war eine von den Tschäg, da bin ich sicher. Warte, den werd ich´s noch heimzahlen. Morgen früh suchen wir ihr Lager auf und machen sie platt!“ rief Basti vor Zorn.

Wieder im Bandenquartier erzählten sie, bei Orangensaft den sie noch gekauft haben, was passiert ist.  Alle waren empört. Vor allem Nuschko, der Anführer.

Nachdem sie lange diskutierten und einen Plan zur Rache der Tschäg ausgetüfftelt hatten, holten sie das wunderschöne Buch aus der Dose, und Emma las etwas daraus vor. Alle, wirklich alle hörten gespannt zu.

Als Emma fertig war, schwiegen alle. „Ok Leute, die Rache ist abgeblasen. Wir werden uns nicht an ihnen rächen, denn das verstößt gegen das, was im 3. Buch des Buches steht. Im Mosekapitel. Du sollst dich an deinen Mitmenschen nicht rächen. Das war eine klare Aussage, ab ins Bett mit euch.“ Sagte Nuschko und ging frohen Mutes ins Bett. Tja, so war das. Glaubt ihr, es war immer einfach das zu tun, was im Buch stand? Ich glaube kaum. Aber gerade weil sie es trotzdem taten was in dem Buch steht, waren sie immer frohen Mutes und reinem Gewissens, wenn auch nicht immer gleich am Anfang.  Ihr Buch war wirklich eine tolle Sache.

Es war ein Dienstagmorgen, als Conz im Bandenquartier die

Allgemeine-Gotuldazeitung, die er gerade aus dem Briefkasten geholt hatte,  vorlas. Er kaute gerade noch an seinem Hörnchen: „Einbruch in der Laubbaumstraße.“ „Conz, man versteht nichts wenn du kaust!“ rief Biene genervt.  „ Jaja, ich hab halt Hunger. Also, Gestern wurde bei der (wohlhabenden) Familie Werter in der Laubbaumstraße eingebrochen. Es gab einen Sachschaden in Höhe von rund 600,00 Euro, außerdem wurde ein ganzes Klavier im Wert von 8000,00 Euro gestohlen. Die Polizei kann sich das nicht erklären, wie dieses ganze Klavier lautlos gestohlen werden konnte. Die Tschäg wird stark vermutet. Die Familie Werter setzt für den Finder des Klaviers ein Finderlohn von 2000 Euro aus. Da glotzt ihr, was?“ „Wow, das ist ja mal `en Ding!“, kam es aus allen Mündern. Außer Basti, der dachte nur: „Und ich Dödel hab ihnen auch noch den Weg erklärt!“

„Dafür kannst du doch nichts, du wusstest doch nicht dass diese Frau von den Tschäg war.“, tröstete ihn Nuschko. „ Da müssen wir was machen. Und wenn wir das Klavier finden, spenden wir das Geld nach Afrika oder in Gemeinden. Und einen kleinen Teil behalten wir, damit wir unser Quartier renovieren können. Ich würde vorschlagen, wir machen gleich einen Plan.“, rief die kleine Emma begeistert.

Schon bald heckten die Succesörner einen geschickten Plan aus. Sie hatten nämlich einen Verdacht, wo sie das Klavier hin gebracht haben, aber leider noch keinen Verdacht, warum sie das Klavier gestohlen hatten. Aber das würden sie schon bald raus finden. Das Klavier haben sie bestimmt in ihr Lager gebracht, dachten sie.

Drei Tage nachdem Conz den Zeitungsbericht gelesen hatte, also ein Freitag, machten sie sich auf ihren Fahrrädern auf den Weg zum Bandenquartier der Tschäg. Natürlich waren sie nicht so töricht dort hinzu gehen, wenn die Tschäg da waren. Mine hatte rausbekommen, dass die Tschäg jeden Freitag einkaufen gingen, also hatten sie sturmfreie Bude. Endlich kamen sie an. Die Tschäg hatten ihr Quartier in den alten Ruinen einer Burg. Sah ziemlich unheimlich aus. Die Succesörner schlichen durch die Ruinen und als sie feststellten, dass auch wirklich keiner zuhause war, stellten sie das ganze Quartier von oben bis unten auf den Kopf. Sie durchsuchten alles nach einem Hinweis auf das Klavier. „Hey, hey! Kommt, kommt alle her! Ich hab was gefunden!“, schrie die kleine Mine.



Teil 2

„Seht euch das an. Ein zusammengerollter Pfannkuchen. Der kommt meinem Bauch gerade rechtzeitig,“ grummelte Conz mit ebenfalls grummelndem Magen. „Ach Quatsch, du Dummerchen von Conztantin. Das ist eine Pergamentrolle. Mal sehen...hmm...Eine Urkunde!“ rief Nuschko.

„So lies doch endlich vor, was steht drin?“ maulte Emma. Auf dieser Pergamentrolle stand:


Sehr geehrter Bambiko, Anführer der Tschäg,

Hiermit bestätige ich ihnen, dass ich ihnen eine Summe von 15.000 Euro zuschreibe bei der Übergabe des antiken Rosenholzklaviers, welches nur noch dreimal auf der ganzen Welt vorhanden ist.

Bitte bringt das Klavier bis zum Samstag dieser Woche hinter die St. Jakobs Kapelle am Waldrand.

Gez.

Der, dessen Name nicht genannt werde darf


„Hahaha, Bambiko! Ich kann nicht mehr! Hört sich ja fasst an wie Bambi das kleine Reh. Vielleicht ist er ja mit ihm verwandt!“ prustete Flitze-Fu lauthals los.

„Psssst, bist du verrückt geworden? So merkt ja die halbe Stadt dass wir hier sind. Mag sein das die beiden verwandt sind, aber Bambiko wird sicher nicht so freundlich sein!

So wie es aussieht muss dieser der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf ziemlich scharf auf dieses Rosenholzklavier sein“ wisperte Nuschko.

Die Succesörner beschlossen sich sofort auf den Weg zur St. Jakobs Kapelle zu machen um das Klavier vor dem „der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf“ abzufangen. Schnell sprangen sie auf ihre Drahtesel und fuhren los. Basti natürlich an der Spitze, da er den schnellsten Weg kannte, aber direkt neben ihm fuhr Flitze-Fu. Nicht wegen seines Wissens, oh nein, sondern einfach weil er der schnellste war. Sie waren schon auf dem Feldweg, der zur alten St. Jakobs Kapelle führte, als Nuschko aufschrie: „Haaaalt, alle stehen bleiben. Ich hab was vergessen.“ Er lief einige Meter weg und zückte dann sein Handy. Einige Sekunden oder auch Minuten verstrichen bis Nuschko sein Handy zuklappte und wieder auf sein Fahrrad sprang.

„Mit wem hast du da telefoniert?“ fragten alle, aber Nuschko antwortete nur, dass sie es später noch erfahren würden.

Endlich an der Kapelle angekommen sahen sie es.

Sie liefen schleichend hinter die Kapelle und da war...nichts! Da war niemand.

So gut sie noch nach irgendwelchen Hinweisen suchten, sie fanden nichts.

Doch plötzlich sagte Biene: „ Hey, habt ihr das gehört? Aus dem Wald kommen Stimmen! Na los, mir nach.“

Sie schlichen durch den Wald oder besser gesagt, ja sie schwebten fast, denn man hörte keinen Mucks ihrer Schritte trotz des holzigen Waldbodens.

Die Stimmen hörten sie immer lauter und plötzlich, da sahen sie auch von wem die Stimmen stammten. Die Succesörner erkannten sie sofort. Die Tschäg war das. Diesmal waren sie nicht verkleidet und man konnte sie bestens erkennen. Aber es waren nicht nur die Tschäg, da war auch noch ein großer Anhänger mit einer Plane drüber und ein Mann mit dem Hut tief ins Gesicht gezogen.

„Was da wohl unter der Plane steckt?“ fragte Conz.

„Das fragst du auch noch? Das kann doch nur das Rosenholzklavier sein! Und...oh nein. Wir kommen zu spät. Sie machen schon die Übergabe! Bambiko holt schon den Stift für die Unterschrift raus! “ flüsterte Emma aufgeregt in lautem Ton. „Noch nicht ganz zu spät!“ rief die kleine Mine und bevor sie noch jemand aufhalten konnte sprang sie aus dem Gebüschversteck vor. Sie riss Bambiko den Stift aus der Hand und schrie: „Sie dürfen das Klavier nicht verkaufen! Es gehört euch nicht, bringt es sofort wieder zurück!“

Bambiko lachte nur hämisch: „ Und was, wenn ich fragen darf, willst du mit deinen satten fünf Jahren alleine dagegen tun? Willst du mir an den Haaren ziehen oder mich vielleicht sogar mit miesen Schimpfwörtern aus dem Kindergarten bombardieren?“

„Tja, das würde ich zu gerne, aber das widerspricht unserem Buch. Ich habe eine viel bessere Idee. Na los Succesörner, kommt raus!“

Da trat die ganze Succesörnerbande vor. Das hämische Lachen verging Bambiko genauso schnell wie es gekommen war.

„Was wir dagegen tun wollen? Tja, das wirst du gleich erfahren.“

Nuschko nahm zwei Finger in den Mund und stieß einen schrillen Pfiff aus.

Da kam auch schon die Gotulda-Polizei. Die Succesörner schilderten alles, der Vertrag und die Urkunde wurden verbrannt und das Klavier wurde an seinen ehemaligen Besitzer zurück gebracht.

Wieder zurück im Bandenquartier ruhten sich die Succesörner bei Pfefferminztee nach diesem anstrengenden Tag aus.

„2000 Euro. Das ist ´ne ganze Menge. Es war wirklich nett von der Besitzerin des Klaviers, wie heißt sie noch gleich...genau, Frau Werter uns so einen großzügigen Finderlohn auszusetzen. Was sollen wir überhaupt mit dem ganzen Geld anfangen?“ murmelte Flitze-Fu, der immer noch staunend vor dem Geldbündel saß. Letztendlich entschieden sie sich, die Hälfte zu spenden. Zehn Prozent, also 200 Euro spendeten sie an die Gemeinde, so wie es in ihrem Buch stand. Den Rest der Hälfte spendeten sie in verschieden Dingen, wie zum Beispiel Missionseinsätze, Weihnachten im Schuhkarton, Weisenhäuser oder andere Gemeinden. Die andere Hälfte, also 1000 Euro behielten sie für sich. Jeder einzelne bekam schon mal 50 Euro für sich. Dann blieben noch 650 Euro fürs Renovieren übrig. Das Bandenquartier wurde noch schöner. Sie kauften richtige neue Sofas, außerdem einen großen Eichenschrank, eine neuen flauschigen Teppich und noch vielen anderen Schnickschnack.

Es war mittlerweile schon Sommer. Da zwischen passierten noch viele andere spannende Geschichten, aber um die alle zu erzählen habe ich leider nicht genug Zeit. Vielleicht ein andermal.

Jedenfalls war es, wie schon gesagt, Sommer, genauer gesagt ein Sommermorgen als Flitze-Fu und Conz ganz außer Atem zum Bandenquartier gerannt kamen: „ He, aufwachen ihr Schlafmützen! Wir haben etwas gefunden! Aufwachen!“

Jetzt waren alle wach. „Was wollt ihr denn so früh am Morgen?“ murmelte Nuschko noch im Halbschlaf. „ Da, ließ doch! Den Zettel habe ich eben in meiner Jackentasche gefunden. Jemand muss ihn mir zu gesteckt haben, als wir einkaufen gegangen sind! So lies doch endlich vor!“ drängelte Flitze-Fu.

„Also gut“ sagte Nuschko, „Ich lese vor:


An die Succesörner,

Wenn ihr euer Buch wiederhaben wollt, dann kommt so schnell wie möglich an den Baggersee.

Gez.

Tschäg


Diese Mieslinge! Biene, schau sofort nach ob unser Buch noch da ist. Schnell!“ Nach ein paar Sekunden kam Biene unter Tränen, was nicht oft vorkam, wieder. „Es...es ist weg! Das Buch ist nicht mehr da! Sie haben es gestohlen!“

Es bildeten sich Falten auf Nuschkos Stirn. Aber dann, riss er sich zusammen und rief: „Dann holen wir es uns eben zurück!“ Und damit hatte Nuschko unbedingt Recht. Alle liefen so schnell sie konnten zum Baggersee. Unter der ganzen Aufregung vergaßen sie ganz die Fahrräder obwohl sie damit schneller wären. Am Baggersee angekommen, standen die Tschäg schon da. Und sie hatten ein Buch in der Hand. Es war nicht irgendein Buch, nein, es war das Buch. Das der Succesörner.

„Was wollt ihr mit unserem Buch? Gebt es uns sofort zurück, na los!“ schrie Nuschko.

„Und warum genau, sollten wir das tun? Warum? Alle unserer Pläne laufen perfekt. Ja wirklich, gerade zu perfekt. Es gibt immer nur einen Haken. Ihr. Ihr, die Succesörner macht uns jedes Mal einen Strich durch die Rechnung.

Und an alle dem ist nur dieses Buch schuld. Auch genannt Bibel. Wenn ihr nach diesem Buch handelt macht ihr nie etwas falsch. Aber das alles wir jetzt ein Ende haben. Ich werfe es jetzt, heute in den Baggersee und dort werdet ihr es nie wieder rauskriegen. Denn von hier oben sind es zehn Meter bis zum See und der See selber ist nochmals zwölf Meter tief. Aber es gibt eine einzige Möglichkeit dies zu verhindern. Jemand von euch springt anstatt des Buches in den See. Und mit diesem jemand ist nicht irgendjemand gemeint. Sondern euer Anführer. Nuschko. Na, was sagt ihr?“ Totenstille

Man hatte das Gefühl, die Succesörner qualmten vor Wut, aber man hatte ebenfalls das Gefühl, dass den Succesörnern vor lauter Angst das Herz in die Hose rutschte. „Ich mach’s,“ rief Nuschko. „Nein, tu das nicht! Nuschko, bitte!“ schrieen die schluchzenden Succesörner. Sie versuchten ihn fest zu halten, doch Nuschko riss sich los und... er sprang. „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh!!!“ Doch es ertönte kein dumpfes „Platsch“, wie man es sonst hört wenn etwas ins Wasser fällt.

Was ist passiert? Bambiko fing Nuschko gerade noch im Fall seiner Hand. Er zog ihn hoch. Niemand sagt etwas. Alles schwieg. „Warum, warum hast du das getan? Warum hast du mir geholfen? Ich dachte du hasst uns!“ flüsterte Nuschko mit angsterfüllter und doch unglaublich erleichterter Stimme.

„Es, es tut mir so Leid. Ich hätte nie gedacht, dass euch dieses Buch so wichtig wäre. Ich hätte mir nicht in meinen kühnsten Träumen erträumt das du springen würdest. Könnt ihr...ich weiß es ist viel verlangt...aber könnt ich mir verzeihen?“ wisperte Bambiko.

Da vielen sich die beiden Anführer in die Arme.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und dazu gehört verzeihen. Das steht nämlich auch in unserem Buch. So und jetzt lasst uns feiern, wir haben neue Mitglieder zu begrüßen!“ rief Nuschko. Es wurde ein riesiges Fest.

Alle lachten und jubelten gemeinsam, die Succesörner und die Tschäg. Oder besser gesagt waren jetzt alle Succesörner. Wisst ihr eigentlich was Succesor bedeutet? Nachfolger. Und das waren sie auch. Waschechte Succesörner eben.


Ricarda Haase






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