Neue Armut
- Ein christliches Gedicht -




Neue Armut - der Tanz auf dem Vulkan Gesellschaft









Als ich spazieren ging im Park
Traf ich dort auf ein Kind.
Verschlossen wirkte es und ernst
Wie Kinder selten sind.

Es wollt an mir vorübergehn
Lief weit nach vorn gebeugt
Ich hielt es fest und blieb dann stehn
Den Kopf zu ihm geneigt.

Was machst denn Du hier
Fragte ich. Es ist doch bitterkalt
Da sah das Kind hinauf zu mir
Die Augen wissend und alt.

Ich darf nicht mit Fremden sprechen
Sagte nun das Kind ganz still
Fast wollte ihm die Stimme brechen
So, wie bei einem, der gern reden will.

Ich nahm es mit zu mir nach Haus
Dort wo es sanft und warm
Plötzlich weinte es ganz stumm sich aus
Ich nahm es in meinen Arm.

Mit Vorsicht frug ich nach dem Grund
Für diese großen Tränen
Das Kind sah mich erst prüfend an
Begann dann zu erzählen.

Mein Vater findet keinen Job
Er ist erst fünfunddreißig.
Obwohl ihn jedermann nur lobt
Er war stets gut und fleißig.

Die Mutti ist vor Sorge krank
Kann keine Kraft mehr geben
Ihr ist immerzu nur bang
Ums täglich Überleben.

Geschwister sind noch klitzeklein
Und kennen schon die Not
oft zittern sie und schrein ganz laut
Nach einem Stückchen Brot.

In der Schule bin ich nicht mehr gern
Darf nicht dazugehören
Der andern Freud ist mir so fern
Mein Kummer würd nur stören

Wir können kaum das Essen kaufen
Haben wirklich gar kein Geld
Der Papi fing doch an das Saufen
Er glaubt an nichts mehr auf der Welt

Keinem darf ich das erzählen
Habs den Eltern fest versprochen
Darfst mich nicht mehr länger quälen
Habe meinen Schwur gebrochen.

Ich war sprachlos, blieb ganz stumm
Konnte es kaum fassen
Das wir direkt um uns herum
Solch Not geschehen lassen.

Ich packte reichlich Essen ein
Brachte das Kind nach Haus
Sein zuhause war zwar klein
Doch sah gemütlich aus.

Das Kind begann gleich zu erklärn
Wer ich, die Fremde sei
Bei den Eltern saß ich dann
Bekam noch viel zu hörn.

Früher war das Leben schön
die Arbeit brachte Geld
warum musste das vergehn
Betrieb wurd eingestellt.

Eine kleine heile Welt
Zerbrach in tausend Scherben
Was haben wir nur angestellt
Das Leben zu verderben

Kein Ausweg mehr, das war die Wende
Der Weg in Elend, Not und Pein
Vergeblich rang man da die Hände
Es zog die neue Armut ein.

Neue Armut, wie spricht sich das leicht
Heißt, dass das Geld zum Leben nicht reicht
Zuviel zum Sterben, zu wenig zum Leben
Und das kann es in der Gegenwart geben

Mit dem Versprechen, wiederzukommen
Verließ ich die Familie und das Kind
Wie betäubt wie schwer benommen
Wie nach einem Schock die Menschen sind.

Die Augen offen, sah ich mich um
Und konnte es kaum glauben
Was ich entdeckte, machte stumm
Wollt schier die Sinne mir rauben.

Die neue Armut kehrt in Windeseile
In viele tausend Häuser ein
In manchen bleibt sie eine Weile
In den meisten wird’s für immer sein.

Du hast so viel dacht Ich bei mir
Kannst ruhig etwas hier spenden
Und andern geht es grad wie dir
An die wirst Du dich wenden

Mit Bitte um Hilfe, Beistand und Rat trete ich heran
Ein Narr, der an das Gute so glauben kann
Man hat mich nicht einmal eingelassen
Mit einem glatten Nein vor der Tür stehen lassen.

Ein jeder ist sich selbst der Nächste
Und helfe sich doch selbst, wer kann
Dazu noch viele andre Sprüche
Die ich mir nicht erklären kann

So viele, die unendlich reich
Schwimmend in Luxus und Geld
Ihnen ist das Elend gleich
Was kümmert sie der Rest der Welt

Mein Scherflein hab ich längst gegeben
Doch ist ’s ein Tropfen nur im Meer
Zählt heute denn ein Menschenleben
In Würde überhaupt nichts mehr?



©
Cora Corell







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